Kaputte Denkmäler in Bremen – das waren die 5 größten Aufreger

Der Hund der Sögeschweine hat ein Loch in der Nase und muss repariert werden. Zu viel Streicheln oder Vandalismus? Es wäre nicht das erste Mal, dass Bremer Denkmäler beschädigt werden.

1 Der aktuelle Fall: Schweine in der Sögestraße ohne Hund

Figurengruppe "Schweinehirt und seine Herde" in der Bremer Sögestraße.
Dem "Schweinehirt und seine Herde" ist der Hund abhandengekommen. Eigentlich steht er rechts vom Hirten.

Eigentlich bewacht er treu die Schweine in der Sögestraße, doch jetzt musste er seinem Hirten von der Seite weichen: Die bronzene Hundeskulptur hat ein Loch in der Schnauze und muss repariert werden. "Der Hund ist jetzt in der Werkstatt und wird untersucht", sagt Alexandra Albrecht, Sprecherin des Senators für Kultur. Ob es sich um Vandalismus oder Abnutzungserscheinungen durch das viele Streicheln handelt, werde deswegen erst in den nächsten Tagen geklärt.

2 Auch die Schweine an der Sögestraße haben schon mal was abbekommen

Ein Ferkel aus Bronze wird in einer Werkstatt repariert.
Im OP: Nachdem es angefahren wurde, musste das Ferkel repariert werden.

Der Hund ist nicht die erste Skulptur des Denkmals, die repariert werden muss: Schon zwei Mal waren die Schweine in einen Autounfall verwickelt. Während im Jahr 2014 ein Fahrzeug ein Schwein aus der Verankerung riss und ein anderes anfuhr, war 2010 ausgerechnet ein Fahrzeug der Bremer Stadtreinigung Eno schuld: Eine Kehrmaschine touchierte eines der Schweine und hinterließ eine Delle in seinem Hinterteil.

3 Buchstaben in der Eselsnase

In die Schnauze des Esels haben Unbekannte ihre Initialien geritzt.
In die Schnauze des Esels haben Unbekannte ihre Initialen geritzt.

Auch das wohl bekannteste Wahrzeichen Bremens ist nicht vor Vandalen sicher: 2017 ritzten Unbekannte ihre Initialen in die Nase des Esels am Rathaus. Besonders heikel war die Reparatur, da die Buchstaben sehr tief eingeritzt waren. Mit einem Ultraschall musste geprüft werden, ob die Bronze dick genug zum abschleifen war. Die Untersuchung fiel positiv aus und der Esel kam ohne bleibende Schäden davon.

4 Der Hahn auf dem Stadtmusikanten-Brunnen: Für immer verjagt

Die abgebrochenen Füße des Hahns auf dem Stadtmusikantenbrunnen in der Böttcherstraße.
Schon sieben Mal ist der Hahn vom Brunnenrand verschwunden.

Seit 1927 schmücken die Stadtmusikanten den Sieben-Faulen-Brunnen in der Böttcherstraße. Doch seit 2018 müssen sie ohne ihren Freund, den Hahn, auskommen: Im Januar des vergangenen Jahres war er zum siebten Mal vom Brunnenrand geklaut worden. Zwar tauchte er kurze Zeit später wieder auf. Neu angebracht wird er aber nicht mehr – ein achtes Mal will man ihn wohl nicht verlieren. Stattdessen ist er jetzt im Paula Modersohn-Becker Museum zu bewundern.

5 Die Herolde am Rathaus

Ein Herold auf seinem Ross als Messing-Statue vor dem Bremer Rathaus.
Vollständig restauriert: Die Herolde bewachen das Bremer Rathaus.

Schon 1900 saßen die Herolde stolz auf ihren Rössern, damals allerdings noch bei der Weltausstellung in Paris. Ein reicher Bankier nahm sie ein Jahr später mit nach Bremen, wo sie über 100 Jahre bewundert werden konnten – bis zum Neujahrstag 2005. Damals riss eine Räummaschine der Eno einen der Herolde von seinem Sockel. Etwas Gutes hatte der Unfall aber doch: Bei der Schadensaufnahme wurde festgestellt, dass auch die zweite Heroldsstatue dringend saniert werden musste. Und so konnten beide Statuen im Frühjahr 2007 ihre Posten in bestem Zustand wieder beziehen.

Autorin

  • Rebecca Küsters

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 17. Oktober 2019, 23:30 Uhr