Infografik

Erste Hitzewelle: Wird es wieder ein Rekord-Sommer?

Die Temperaturen steigen, doch noch werden die Höchstwerte des vergangenen Jahres nicht geknackt. Wissenschaftler warnen aber schon vor einem "Katastrophen"-Sommer.

In einem Büro steht ein Ventilator
Für Arbeitnehmer im Büro können Temperaturen wie die des vergangenen Sommers schnell unangenehm werden.

Am Dienstag hatten die Experten den bisher heißesten Tag des Jahres 2019 erwartet: 34,6 Grad sollen es in Bremen werden, 33,2 Grad in Bremerhaven. Am Ende blieben die Werte in Bremen laut Wetterdienstleister Meteogroup unter den Vorhersagen: Am Bremer Flughafen wurden 33,3 Grad gemessen. Bremerhaven lag mit 33,7 Grad über der Prognose. In beiden Städten war der Dienstag damit der bislang heißeste Tag in diesem Jahr.

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Doch in der Geschichte des Bundeslandes gab es im Juni schon mal höhere Werte: Am 28. Juni 1947 wurden in der Hansestadt 34,9 Grad gemessen. Und in Bremerhaven waren es 2002 genau 34,3 Grad.

Noch bleiben wir allerdings unter den Höchstwerten des Sommers 2018. Am 7. August erreichten die Thermometer in Bremen 36,3 Grad und in Bremerhaven 34,6 Grad. Der Sommer ist jedoch noch lang. Und Wissenschaftler haben kürzlich einen "Katastrophen"-Sommer für dieses Jahr prophezeit. Doch wie sicher sind solche Vorhersagen? buten un binnen hat einen Experten gefragt.

Erwarten uns in diesem Sommer Rekordtemperaturen?
Das könne man nicht so genau voraussagen, antwortet der Hamburger Meterologe Mojib Latif. Sicher sei, dass auch dieser Sommer sehr warm werden wird. Eine genauere Prognose des gesamten Sommers zum jetzigen Zeitpunkt gleiche jedoch Kaffeesatzleserei. "Das ist nicht vorhersagbar: Wir haben es mit einem chaotischen System zu tun", sagt Latif. Das Einzige, was man im Voraus einschätzen könne, sei der langfristige Trend – und zwar, dass es mehr heiße Tage geben wird. Das ist eine Folge der Erderwärmung.
Welche Faktoren spielen dabei eine Rolle?
Das Wetter schwankt, erläutert der Experte. Diese Schwankungen können in beide Richtungen gehen: Mal wird die Luft wärmer, mal kälter. Und diese kurzfristigen Änderungen könnten den langfristigen Trend überlagern, fügt Latif hinzu. Sicher sei, dass solche heißen Tage in den vergangenen 50 Jahren bereits zugenommen hätten.
Welche Auswirkungen haben solche Temperaturen auf die Menschen und die Region?
Für die Menschen sind so hohe Temperaturen nicht einfach zu ertragen. Deshalb mache man in den wärmeren, südeuropäischen Ländern mittags oft eine längere Pause. "Wir sind auf solche Verhältnisse momentan noch nicht eingestellt", sagt Latif.
Auch für die Bauern kann die Hitze schlimme Folgen haben. Die Dürre 2018 hat teilweise Einbußen bei den Ernten gekostet, auch der Preis der Futtermittel für das Vieh ist gestiegen. Besonders bemerkbar macht sich das in ländlichen Gebieten: Das Regendefizit des vergangenen Jahres sei in vielen Teilen Niedersachsens noch nicht ausgeglichen, teilte kürzlich ein Sprecher der Landwirtschaftskammer in Oldenburg mit. Die Böden seien teilweise noch nicht überall wieder aufgefüllt.

Auch der Meeresspiegel ist davon betroffen: Er steigt infolge der Erderwärmung – mit schlimmen Folgen insbesondere für Küstenregionen. Vor allem Sturmfluten könnten zunehmen, warnen die Wissenschaftler. Vor wenigen Tagen machte das Bild eines Klimaforschers die Runde, der in Grönland mit dem Schlitten auf einer vom Wasser bedeckten Fläche fuhr.

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Was sind die wichtigsten Ursachen der zunehmenden Hitze und extremen Wetterphänomene?
Starke Gewitter und heftiger Regen gehören zu der extremen Hitze dazu. "Sie sind zwei Seiten derselben Medaille", sagt Latif. Und die Medaille sei eben die Erderwärmung. Ein klimatischer Wandel, der zum größten Teil menschengemacht ist, führt der Wissenschaftler aus. „Man kann aber nicht sagen, ob diese spezifischen Tage auf die Erderwärmung zurückzuführen sind. Früher gab es auch heiße Tage." Was er aber prognostiziert: Künftig wird es durch den Klimawandel immer mehr solcher Tage geben.

Das Wetter für den 25. Juni 2019

Wettermoderatorin Contance Hoßfeld-Seedorf auf einem Steg.

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  • Serena Bilanceri

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 23. Juni 2019, 13:20 Uhr