Fragen & Antworten

Was hilft gegen Heuschnupfen? Diese 5 Fakten sollten Bremer kennen

Die Augen jucken, die Nase läuft und ständig muss man niesen. Gefühlt fliegen Pollen jedes Jahr früher. Und tatsächlich: Es ist nicht nur ein Gefühl.

Eine Frau mit Pollenallergie hält sich ein Taschentuch vor die Nase.
Viele vom Heuschnupfen geplagte Menschen leiden immer früher unter umherfliegenden Pollen. Bild: Imago | Chromorange

Für 15 Prozent von uns ist das schöne Wetter nur bedingt ein Grund zur Freude. Denn schönes Wetter bedeutet meist auch Heuschnupfen. Der kann bis zum September andauern. Was genau kann man dagegen tun?

Fliegen wirklich jedes Jahr mehr Pollen oder ist das nur ein Gefühl?
Das ist leider nicht nur ein Gefühl, sondern tatsächlich so, sogar fast in ganz Europa. Dabei gibt es allerdings einen Unterschied zwischen Stadt und Land. Laut der Technischen Uni in München hat die Pollenmenge in den Städten um drei Prozent zugenommen und auf dem Land um etwa ein Prozent. Das bedeutet konkret, dass die Allergiesaison 20 Tage eher beginnt und 10 Tage länger dauert als noch im Jahr 1990.
Und wieso kommt der Pollenflug immer früher und heftiger?
Das liegt zum einen an der größeren Menge an CO2 in der Luft. Denn je höher diese Konzentration ist, desto schneller wachsen die Pflanzen und desto mehr Pollen produzieren sie. Durch den Klimawandel haben wir außerdem kaum noch harte und lange Winter, da fallen die ersten Pollen eben auch schon im Februar, wie aktuell die Hasel, Pappel oder auch die Erle.
Woher kommt das Problem mit Heuschnupfen?
Laut Claudia Kremer von der Bahnhofsapotheke Bremen, könne eine mögliche fehlende Abhärtung der Menschen eine Erklärung sein: "Man vermutet, dass einfach unsere ganze Umwelt zu steril ist und deshalb das Immunsystem fehlgeleitet wird. Das Immunsystem will etwas zu tun haben und wenn die ganze Umwelt zu steril ist, dann konzentriert sich das Immunsystem auf etwas anderes, was eigentlich nicht gefährlich ist." Daraus entwickele sich dann eine Allergie, so Kremer. Aber es gebe auch immer eine genetische Komponente, gerade bei Allergien.
Es gibt ja unzählige Tipps und Tricks für die Allergiker, was sie tun können und sollen, damit der Heuschnupfen nicht zu heftig wird. Bringen diese Tipps denn Erleichterung?
Das kann man schlecht beantworten, weil es dafür keine wissenschaftlichen Belege gibt. Also sei es Haare waschen am Abend, getragene Kleidung nachts nicht im Schlafzimmer lagern, Wäsche nicht auf dem Balkon trocknen. Das kann bei dem einen helfen, bei dem anderen wiederum nicht.
Und was hilft jetzt gegen den Pollenflug?
Allergologen empfehlen, zwischen 6 und 8 Uhr morgens kurz das Zimmer zu lüften, weil da die Pollenkonzentration noch nicht so hoch ist – eben durch den fehlenden Stadtverkehr, der die Pollen vom Boden aufwirbelt. Auch ein Mund-Nasen-Schutz hilft, wie FFP2-Masken. Denn die filtern die Partikel aus der Luft und eben auch die Pollen. Zudem raten Allergologen auch die Augen zu schützen, indem man draußen eine Sonnenbrille oder eben eine normale Brille trägt. Claudia Kremer aus der Bahnhofsapotheke hat aber noch weitere Tipps: "Wenn man dann abends nach Hause kommt, dann soll man möglichst seine Sachen gleich ausziehen. Die Sachen möglichst nicht mit in die Wohnzimmer nehmen, man soll sich jeden Tag die Haare waschen. Man kann auch die Nase spülen, also die Pollen ausspülen mit Salzlösung, so dass sich nicht so viele Pollen festsetzen in der Nase."

Wie sauber ist Bremens Luft?

Video vom 27. Februar 2021
Inse Ewen von der Verbraucherzentrale Bremen.
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Fabian Metzner

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Morgen, 4. März 2021, 7:40 Uhr