Nach der Bergung: Gutachter untersucht Zustand der "Seute Deern"

  • Wann das Ergebnis vorliegt, ist noch unklar
  • Gutachten bewertet Schaden
  • Ob das Schiff gerettet werden kann, soll später geklärt werden
Leere Luftkissen hängen an einem Kran über der "Seute Deern".
Experten entfernten am Montag nach und nach die Luftkissen, die angebracht worden waren, um das Schiff während der Bergung zu stabilisieren.

Die "Seute Deern" schwimmt seit Sonntag wieder. Aber wie geht es nun mit dem Traditionssegler weiter? Der Sachverständige Martin Claus ging am Montagnachmittag gemeinsam mit Lars Kröger, Projektleiter der "Seute Deern"-Sanierung beim Deutschen Schifffahrtsmuseum, sowie Museumsdirektorin Sunhild Kleingärtner an Bord, um den Schaden genauer zu begutachten.

Alles sei voller Schlamm, die Böden rutschig und teilweise morsch, berichtete Kröger. Alle beweglichen Teile des Schiffes, wie etwa Bänke, lägen auf dem Boden verteilt.

Die Bergung der "Seute Deern" im Zeitraffer

Seute Deern in Bremerhaven

Wie konnte es zur Havarie kommen?

Ein Mann und eine Frau stehen auf dem Steg vor der "Seute Deern" und schauen auf das Schiff.
Sunhild Kleingärtner und Lars Kröger begutachten den Schaden an der "Seute Deern".

Wann das Ergebnis vorliegt, ist noch unklar, teilte Kleingärtner mit. Noch steht unter anderem das Ergebnis der Untersuchung der Holzproben auf Pilzbefall aus.

Die Museumsdirektorin stellte aber klar: "Da geht es um die Einschätzung des Zustandes des Schiffes." Wie es dann mit der "Seute Deern" weitergehe, müsse anschließend geklärt werden. Vor der Havarie hatte es schon Gutachten für eine Sanierung gegeben. Der Bund, das Land Bremen und die Stadt Bremerhaven hatten dafür 30 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Die Bergung hat nun 1,1 Millionen gekostet.

Laut Kleingärtner muss jetzt verglichen werden, inwieweit das Sinken des Schiffes die Lage verändert hat. Aus dem Gutachten soll auch hervorgehen, wie es zur Havarie kommen konnte.

Sie schwimmt wieder alleine.

Lars Kröger, Projektleiter der "Seute Deern"-Sanierung beim Deutschen Schifffahrtsmuseum

Sicherheitsvorkehrungen werden abgebaut

Die Bergungsarbeiten sind laut Kröger soweit abgeschlossen. Noch seien aber Mitarbeiter der Bergungsfirma vor Ort. Sie entfernten am Montag nach und nach die riesigen Schwimmballons, die für die Bergung angebracht worden waren. Auch die Pumpen des Technischen Hilfswerks sind bereits abgebaut. Mindestens zwei Pumpen bleiben aber laut Kröger auf jeden Fall an Bord, wie auch schon vor der Havarie. Das Schiff ist seit Jahren undicht. Das Wasser muss regelmäßig abgepumpt werden. In den kommenden Tagen soll geklärt werden, ob die beiden Pumpen reichen, oder ob nach der Havarie doch weitere nötig sind. Auch inwieweit eine permanente Wache notwendig ist, muss laut Kröger noch geklärt werden.

In den kommenden Tagen soll auch der Kran wieder abtransportiert werden. Schon die Ankunft des Krans hatten etliche Zuschauer verfolgt.

Die "Seute Deern" war in der Nacht vom 31. August auf den 1. September gesunken. Zuvor hatte im Februar ein Brand großen Schaden angerichtet.

Autorin

  • Sonja Harbers

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 22. September 2019, 19.30 Uhr