Infografik

Grundsteuer pro Kopf: Bremer zahlen im Ländervergleich am meisten

2018 hat jeder Bremer im Schnitt 299 Euro Grundsteuer gezahlt, das geht aus einer aktuellen Studie hervor. Laut Finanzressort hinkt der Vergleich mit anderen Städten.

Alt-Bremer Reihenhäuser in der Bremer Neustadt.
Bis Ende 2019 soll eine neue Regelung für die Grundsteuer gefunden werden.

Bremer zahlen im Durchschnitt mehr Grundsteuern als die Bürger in anderen Bundesländern. Das geht aus einer Auswertung der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) hervor. Demnach zahlte 2018 jeder Bremer pro Jahr durchschnittlich 299 Euro Grundsteuer. Diese Steuer wird auf alle Grundstücke erhoben. Eigentümer bezahlen sie entweder selbst oder reichen sie per Nebenkosten an ihre Mieter weiter.

Da die Grundsteuer von den Kommunen bestimmt wird, ist ein Ländervergleich nur bedingt möglich. Aber auch im Vergleich mit den anderen Stadtstaaten zahlen die Bremer am meisten. In Hamburg lag die durchschnittliche Steuerbelastung der Grundsteuer bei 258 Euro, in Berlin bei 226 Euro. Mit den Einnahmen aus der Grundsteuer finanzieren Kommunen beispielsweise die Infrastruktur.

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Für das Bremer Finanzressort hinkt der Vergleich mit anderen Städten. In Bremen gebe es anders als in vielen deutschen Städten keine gesonderte Straßenreinigungsgebühr, so Sprecherin Dagmar Bleiker. "Dadurch fällt die Grundsteuer in einigen Städten niedriger aus, es kommen dann aber noch die Gebühren für die Straßenreinigung oben drauf. Das haben wir in Bremen nicht."

Kommunen können die Höhe der Steuer selbst bestimmen

Die Berechnung der Grundsteuer erfolgt in mehreren Schritten. Um den Wert eines Grundstücks zu bestimmen, wird zunächst der sogenannte Einheitswert angelegt. Diese Bezeichnung kann man leicht missverstehen: Es geht nicht darum, einheitliche Werte für Grundstücke zu definieren, sondern einen spezifischen Wert für jedes Grundstück – sprich: für jede Einheit. Die sogenannte Grundsteuermesszahl bestimmt dann den Anteil vom Grundstückswert, der zur Steuerberechnung herangezogen wird. Zu guter Letzt bestimmt jede Kommune selbst mit einem Hebesatz die tatsächliche Höhe der Steuer. In Bremen liegt der Hebesatz seit 2016 bei 695 Prozent, zuvor waren es 580 Prozent. In Bremerhaven sind es 645 Prozent.

Bundesweit gibt es zwölf – meist sehr kleine – Kommunen, die den Hebesatz auf 0 Prozent gesetzt haben. Die Großstadt mit dem höchsten Grundsteuer-Hebesatz ist Duisburg, dort beträgt er 855 Prozent.

Gesetz muss neu geregelt werden

Die Grundsteuer soll bald reformiert werden. Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom April dieses Jahres muss die Berechnungsgrundlage bis Ende 2019 überarbeitet werden. Anschließend bleibt für die Umsetzung Zeit bis Ende 2024.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 21. August 2019, 23:30 Uhr