Grünkohl nach Rekordsommer 30 bis 40 Prozent teurer

Die Grünkohlsaison beginnt! Doch dieses Jahr wird Bremens Nationalgericht etwas teurer – auch das ist eine Folge des Dürresommers.

Jana Kruse auf dem Gemüsehof Olendiek in Cappel
Gärtnerin Jana Kruse bei der Grünkohlernte in Cappel.

Das Grünkohl-Ernten klingt ganz einfach: "Du hältst den Strunk fest, dann nimmst du Zeige- und Mittelfinger – und ziehst das Grün einfach vom Stängel." Ratsch! So erklärt Gärtnerin Jana Kruse das Grünkohl-Handwerk. Sie arbeitet auf dem Gemüsehof Olendiek in Cappel, der zu den gemeinnützigen Elbe-Weser-Werkstätten Bremerhaven gehört.

Auf dem Feld wartet noch viel Arbeit auf die Gärtnerin. Fast hüfthoch steht die "Oldenburger Palme" Reihe an Reihe. Der Grünkohl ist in diesem Jahr richtig gut gewachsen – weil Jana Kruse und ihre Kollegen sich gut gekümmert haben, vor allem in diesem trockenen Sommer: "Abbauen, Aufbauen, Aufbauen, Abbauen. Wir haben dreimal am Tag die Bewässerung umgelegt", erinnert sich die Gärtnerin mit Grauen.

Viel Geld für die Beregnungspumpe

auf dem Gemüsehof Olendiek in Cappel
2,50 Euro, 70 Cent mehr als im letzten Jahr, kostet ein Kilo Grünkohl dieses Jahr.

Die Hitze brachte zusätzliche Arbeit, die sonst nicht nötig war. Darum müssen sich Grünkohl-Freunde auf höhere Preise einstellen. Für die Kalkulation ist Hof-Chef Carsten Wohlers zuständig. "Man sieht ja die Ausgaben: Die Beregnungspumpe muss bezahlt werden, der Arbeitslohn muss bezahlt werden", zählt Wohlers auf. "Wir haben unseren Grünkohlpreis um 30 Prozent erhöht." Das Kilo vom Olendiek-Hof kostet dieses Jahr 2,50 Euro – 70 Cent mehr als letztes Jahr.

Dabei hatten die Kohl-Profis aus Cappel Glück, denn sie waren mit ihrer Bewässerungsanlage gut vorbereitet auf die Trockenheit. Anderen Landwirten sind große Teile der Ernte vertrocknet. So ging es zum Beispiel Hannelore Bollmann, die ihren Grünkohl auf dem Wochenmarkt Geestemünde verkauft. "Der Kohl ist 50 Cent pro Kilo teurer, weil es eine schlechte Ernte war. Und wir hatten dieses Jahr nicht so viel Ertrag – wir konnten nicht wässern." Ihren Grünkohl wird die Landwirtin aber auch zu den höheren Preisen gut los. Denn die Wochenmarktbesucher nehmen es gelassen: "Die kleine Erhöhung tut keinem weh", sagt einer, "Find ich wirklich gut, ich weiß, was das für Arbeit ist" ein anderer.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Vormittag, 12. Dezember 2018, 11:40 Uhr