Fragen & Antworten

Das müssen Sie zum Start der Grippe-Saison wissen

Audio vom 21. September 2021
Eine Frau liegt krank im Bett und putzt sich die Nase, auf dem Nachttisch stehen Medikamente. (Symbolbild)
Bild: DPA | PPE
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Impfen – ja oder nein? Die große Frage stellt sich nicht nur bei Corona. Denn die Grippe-Saison steht an. Was Impfwillige nun wissen müssen.

Wer sollte sich impfen lassen?
Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Grippe-Impfung besonders den Menschen, die schon beim Corona-Virus zur Risiko-Gruppe gezählt haben. Personen ab 60, Frauen ab der 14. Schwangerschaftswoche, Menschen mit einer chronischen Krankheit und Angehörige, die Kontakt mit Risikopatienten haben, sollten sich laut der Stiko gegen die Grippe impfen lassen.

Menschen, die nicht zur Risikogruppe gehören, können sich auch impfen lassen. Die Stiko empfiehlt die Impfung zwar nicht, rät aber auch nicht davon ab.
Wann ist die beste Zeit für die Grippe-Impfung?
In den letzten Jahren sind die Grippewellen meistens zu Jahresbeginn angerollt. Nach dieser Erfahrung ist der beste Impfzeitpunkt zwischen Oktober und November. Ähnlich, wie beim Corona-Impfstoff dauert es zwischen 10 und 14 Tagen, bis Geimpfte den kompletten Schutz haben.
Wie vertragen sich Grippe- und Corona-Impfung?
Stiko-Chef Thomas Mertens hält die gleichzeitige Grippe- und Coronaimpfung für unbedenklich. Es gebe keine Hinweise, dass einer der beiden Impfstoffe dann nicht mehr wirke, sagte er "MDR Aktuell".

Der Chef des deutschen Hausärzteverbandes, Thomas Weigeld geht sogar noch weiter. Aus seiner Sicht sei es wünschenswert, dass die Corona- wie die Influenza-Impfung möglichst zeitgleich verabreicht werden könnten.
Wie gut wirkt der Grippeimpfstoff in diesem Jahr?
Der Präsident des Robert Koch Instituts (RKI), Lothar Wieler, befürchtet, dass der Grippeimpfstoff in diesem Jahr weniger wirksam ist. Aufgrund der Corona-Pandemie und den Schutzmaßnahmen, wie der Masken - und Abstandspflicht, habe sich auch die Grippe deutlich schwächer ausgebreitet.

In Deutschland waren es in der letzten Grippesaison laut dem RKI gerade einmal 564 Fälle – im Jahr davor waren es 188.000. Aus dem Grund hätten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler viel weniger Erkenntnisse darüber, wie das kommende Grippevirus aussehen könnte. "Die Datenbasis, auf der der Impfstoff erarbeitet wurde, ist nicht so gut wie die Datenbasis der Vorjahre", sagt Lothar Wieler.

Stiko-Chef Thomas Mertens hält die Sorge für unbegründet. Auf der ganzen Welt würden Labore das gesamte Jahr Influenza-Viren untersuchen. Das sei die Grundlage für die Zusammensetzung der Impfstoffe. "Man kann schon davon ausgehen, dass die Grippeimpfstoffe, die jetzt produziert werden, auch eine Wirksamkeit haben", sagt Mertens.
Wie groß wird der Ansturm auf die Grippe-Impfungen in Bremen?
Die Kassenärztliche Vereinigung Bremen (KVHB) geht davon aus, dass die Nachfrage steigen wird. "Insbesondere auch deshalb, weil sich Patienten jetzt auch am selben Tag gegen Corona und gegen Influenza impfen lassen können", sagte ein Sprecher der KVHB zu buten un binnen.

Allerdings sei es für eine seriöse Prognose noch zu früh. Die Kassenärztliche Vereinigung Bremen geht davon aus, dass niedergelassene Ärzte im Land Bremen in diesem Jahr rund 140.000 Dosen verimpfen werden.
Kann ich mich auch in der Apotheke gegen Grippe impfen lassen?
In Deutschland läuft aktuell ein Modellversuch, bei dem auch Apothekerinnen und Apotheker gegen Grippe impfen. Das soll die Impfquote steigern. In Bremen wird es das Projekt aber nicht geben.

Eine Sprecherin des Bremer Apothekerverbandes sagte buten un binnen dazu: "Für das Modellprojekt ist Bremen zu klein. In den nächsten Jahren könnte Bremen dann von den Erkenntnissen aus den größeren Bundesländern profitieren, die bei dem Modellversuch dabei sind."

Autor

  • Niklas Hons Volontär

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Nachmittag, 21. September 2021, 14.10 Uhr