Bremerhavener Bredo-Werft verliert Gerichts-Streit um "Gorch Fock"

  • Landgericht Bremen weist Ansprüche der Bremerhavener Werft ab
  • Bredo war bei Sanierung Subunternehmer der insolventen Elsflether Werft
  • Unternehmen prüft Revision gegen das Urteil
Video vom 20. November 2020
Gorch Fock in der Werft
Bild: DPA | Mohssen Assanimoghaddam
Bild: DPA | Mohssen Assanimoghaddam

In einem millionenschweren Streit über Sanierungskosten des Segelschulschiffs "Gorch Fock" hat das Landgericht Bremen alle Ansprüche der Bredo Dockgesellschaft in Bremerhaven abgewiesen. Sie hatte vom Bund 10,5 Millionen Euro für Arbeit und Material gefordert, geht mit dem Urteil vom Freitag aber leer aus. Auch eine Gegenklage des Bundes wegen mangelhafter Arbeit wurde abgewiesen.

Bredo-Geschäftsführer Dirk Harms sagte, man werde prüfen, ob das Unternehmen gegen das Urteil in Revision geht. Auf seiner Werft war von 2015 bis 2019 an dem Marineschiff gearbeitet worden. Der Bund vertrat aber vor Gericht die Auffassung, alle Rechnungen seien schon beim damaligen Generalauftragnehmer beglichen worden, der mittlerweile insolventen Elsflether Werft. Bredo war an der Sanierung als Subunternehmer beteiligt.

Lürssen-Werft baut aktuell an der "Gorch Fock"

Der Zivilprozess in Bremen ist ein Nebenstrang bei der langwierigen und teuren Sanierung des Dreimasters. Die Bredo-Werft hatte das Schiff vergangenes Jahr zunächst als Pfand behalten wollen. Sie dockte das Schiff nur gegen die Zusage aus, dass ihre Ansprüche gerichtlich geprüft werden. Das Landgericht Bremen hatte im Sommer einen Vergleich vorgeschlagen.

Derzeit baut die Bremer Lürssen-Werft an dem Segler. Durch Fehlplanungen und Missmanagement vieler Beteiligter sind die Kosten für die Sanierung der "Gorch Fock" in die Höhe geschnellt – von geplant zehn Millionen Euro auf 135 Millionen Euro. Die Marine bildet auf dem Großsegler Offiziersanwärterinnen und -Anwärter aus. Nach dem Plan der Bundeswehr soll sie Ende Mai 2021 wieder in See stechen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Mittag, 20. November 2020, 12 Uhr