Gerichte: Gorch Fock darf weiter mit Teakholz ausgebaut werden

  • Verwaltungsgerichte in Köln lehnen sofortigen Baustopp ab
  • Verdacht: Bei Ausbau des Marineschulschiffs wird illegales Tropenholz verwendet
  • Umweltschützer hatten Eilantrag eingereicht
Zu sehen ist die Gorch Fock vor der Halle der Fassmer Werft.
Die Gorch Fock wird derzeit bei der Fassmer-Werft in Berne saniert. Bild: Radio Bremen

Das Marineschulschiff Gorch Fock darf weiter mit Teakholz aus Myanmar ausgebaut werden. Verwaltungsgericht und Oberverwaltungsgericht in Köln haben einen Antrag der Umweltschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) abgewiesen. Die Umweltschützer gehen davon aus, dass das Segelschiff mit illegalem Tropenholz aus Myanmar ausgebaut wird. Sie haben deshalb einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht in Köln eingereicht, damit diese Vorwürfe geprüft werden. Dieser Eilantrag ist noch nicht entschieden. Dem Wunsch des WWF, die Arbeiten schon vorher einzustellen, kamen die Richter aber nicht nach. Sie begründen ihre Entscheidung damit, dass der Einbau des Holzes nicht unumkehrbar sei. Außerdem sei schon ein großer Teil des Holzes verbaut worden. Die Arbeiten an Bord des Schiffes dürfen deshalb vorerst weitergehen.

Derzeit liegt die Gorch Fock in einer Halle der Lürssen-Werft in Berne. Die Marine geht davon aus, dass sie das Schiff bis Ende des Jahres runderneuert zurückerhält. Das Segelschulschiff soll Ende Mai 2021 wieder in See stechen. Durch Fehlplanungen und Missmanagement vieler Beteiligter waren die Kosten für die Sanierung der "Gorch Fock" in die Höhe geschnellt – von geplant zehn Millionen Euro auf 135 Millionen Euro.

Rückblick: Wie geht es weiter mit der Gorch Fock?

Video vom 17. Juni 2019
Die Gorch Fock in einem Trockendock in Bremerhaven.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 27. November 2020, 23:30 Uhr