Bremer Bildungssenatorin: "Impfabfrage führt in die falsche Richtung"

Video vom 4. September 2021
Bildungssenatorin Sascha Aulepp im Studio von buten un binnen.
Bild: Radio Bremen
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  • Bundesregierung will Kitas, Schulen und Pflegeheimen Impfabfrage ermöglichen
  • Bremer Bildungssenatorin will lieber für Impfungen werben
  • Bremer GEW hält Abfrage des Impfstatus für gefährlich

Die Bremer Bildungssenatorin, Sascha Aulepp (SPD), sagte im Gespräch mit buten un binnen, dass die Diskussion um die Abfrage des Corona-Impfstatus in die falsche Richtung führe. Nach wie vor sei es am wichtigsten, dass die Beschäftigten an den Bremer Schulen geimpft sind. "Das ist die Diskussion, die wichtig ist", sagte Aulepp.

Ich würde mir wünschen, dass Beschäftigte, Gewerkschaft und Behörde gemeinsam für Impfungen werben. Die Diskussion um die Impfabfrage durch den Arbeitgeber führt in die falsche Richtung.

Sascha Aulepp (SPD), Bremens Bildungssenatorin

Bremer GEW lehnt Impfabfrage ab

Zuvor hatte der Bremer Landesvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) erklärt, dass er die Pläne für eine Abfrage des Corona-Impfstatus durch den Arbeitgeber entschieden ablehne. Landesvorstandssprecherin Elke Suhr sagte zu buten un binnen, dass die Abfrage des Impfstatus die eigentlichen Probleme vertusche. Die Bundesregierung plant, dass Kitas, Schulen und Pflegeheime künftig bei ihren Beschäftigten eine Impf-Auskunft einholen dürfen.

Die Impfbereitschaft unter dem pädagogischen Personal in Bremer Schulen und Kitas ist sehr hoch.

Elke Suhr, Vorstandssprecherin der Bremer GEW

In ihren Augen seien ungeimpfte Lehrerinnen und Lehrer gar nicht das Problem, sagte Suhr. Viel entscheidender sei, dass die Luftfilter in den Unterrichtsräumen viel zu spät gekommen seien. Außerdem kritisierte sie die Abschaffung der Maskenpflicht in den Schulen in der Stadt Bremen. "In Bremen sollte die Maskenpflicht genauso wie in Bremerhaven zumindest zu Schuljahresbeginn noch gelten", findet Suhr.

Bremer GEW: Impfabfrage ist gefährlich

Die Abfrage des Corona-Impfstatus hält die Bremer GEW Suhr zufolge aber auch für gefährlich. Die Frage sei, was mit den Daten gemacht werde und was für Konsequenzen es habe, wenn jemand angebe, dass er oder sie nicht geimpft sei.

Wir halten die Abfrage zum Corona-Impfstatus für gefährlich. Es ist gar nicht klar, was die Angaben für Folgen haben. Da es keine Impfpflicht gibt, halten wir das für sehr schwierig.

Elke Suhr, Vorstandssprecherin der Bremer GEW

Auch der Deutsche Lehrerverband lehnt Impfabfrage ab

Zuvor hatten bereits die Bundesvorsitzende der GEW und der Präsident des Deutschen Lehrerverbands die Abfrage des Corona-Impfstatus abgelehnt. "Wir lehnen eine Impfauskunftspflicht ab, weil wir glauben, dass ein derart tiefer Eingriff in die Persönlichkeitsrechte auch im Schulbereich nicht gerechtfertigt ist", sagte der Präsident des Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

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Bild: Radio Bremen
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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 4. September 2021, 19:30 Uhr