Immer mehr Corona-Fälle – Bremer Gesundheitsamt am Limit?

  • Steigende Zahl von Fällen und viele Kontakte sorgen für Engpass
  • Gesundheitsamt hat Probleme, Kontaktpersonen zu informieren
  • Auch falsche Angaben erschweren die Arbeit der Behörden
Über ein Handy wird beim Bremer Gesundheitsamt angerufen.
Das Gesundheitsamt meldet sich bei Kontaktpersonen manchmal erst nach einer Woche. Bild: Radio Bremen

Das Gesundheitsamt in der Stadt Bremen hat große Probleme, Kontaktpersonen von Corona-Infizierten zu benachrichtigen. Das räumte ein Sprecher der Gesundheitsbehörde im Gespräch mit butenunbinnen ein. Besonders die hohe Anzahl der Kontaktpersonen mache demnach Probleme.

Auf jeden Infizierten kämen im Schnitt 11 Kontaktpersonen, so ein Sprecher der Gesundheitsressorts. Sie alle müsste das Gesundheitsamt in Quarantäne schicken. Durch die aktuell steigenden Infektionszahlen potenziere sich der Aufwand. Mehr als 2.000 Menschen musste das Amt im September über eine mögliche Ansteckung informieren, zehn Mal so viele wie im Juli.

Auch falsche Angaben erschweren die Arbeit der Behörden

Erschwert werde das durch falsch oder lückenhaft ausgefüllte Gästelisten bei privaten Feiern. Deswegen dauere es bis zu einer Woche, bis das Gesundheitsamt eine Kontaktperson in Quarantäne schicken kann – Zeit, in der diese andere Menschen anstecken könnten. Verschärft wird das Problem durch fehlendes Personal im Gesundheitsamt. Aktuell suche es weitere sogenannte Containment-Scouts. Sie sollen Kontaktpersonen vor einer möglichen Infektion warnen.

Rückblick: Diese Scouts sollen Infektionsketten in Bremen verfolgen

Video vom 5. Mai 2020
Mehrere Menschen sitzen während einer Containment-Scout-Schulung in einem Raum.
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Ramona Schlee

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 2. Oktober 2020, 14 Uhr