Nach Germania-Pleite: Bisher keine Kündigungen beim Personal

  • Hoffnung auch für Beschäftigte in Bremen
  • Vorläufiger Insolvenzverwalter führt Gespräche über Übernahme
  • Fluglinie müsse deshalb betriebsbereit bleiben
Mehrere Germania-Flugzeuge stehen auf einem Flughafen nebeneinander abgestellt.
Die Maschinen der Fluggesellschaft Germania bleiben seit der Nacht zu Dienstag am Boden. Den Bremer Flughafen trifft die Pleite hart. Bild: Reuters | Fabrizio Bensch

Kleiner Hoffnungsschimmer nach der Insolvenz der Fluggesellschaft Germania: Der vorläufige Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg teilte mit, dass er Gespräche mit Interessenten über mögliche Konstellationen einer Übernahme führe. Es gebe mehrere Interessenten.

"Unser vorrangiges Ziel ist es, die Fluglinie betriebsbereit zu halten, um die Start- und Lande-Slots behalten zu können," sagte Wienberg. Dafür sei es notwendig, dass die Infrastruktur voll intakt bleibt mit einsatzbereiten Flugzeugen, Crews und Wartungsleistungen. Es seien deshalb auch keine Kündigungen der insgesamt fast 1.700 Mitarbeiter – darunter sind rund 400 Piloten und 580 Flugbegleiter – ausgesprochen worden, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter weiter mit. In Bremen arbeiteten zuletzt 99 Mitarbeiter der Fluglinie.

260.000 Reisende bleiben auf Kosten sitzen

Tausende Reisende bleiben allerdings auf den Kosten für ihre bei der insolventen Airline gebuchten Flüge sitzen. Betroffen sind Reisende in etwa 260.000 Fällen in einem Zeitraum bis Ende Mai 2020, die direkt bei Germania  gebucht hatten, wie ein Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters mitteilte.

Germania hatte zu Wochenbeginn einen Insolvenzantrag gestellt und den Flugbetrieb eingestellt. Nach derzeitiger Rechtslage bekommen den Angaben zufolge Passagiere für Direktbuchungen – anders als etwa Pauschalreisende – keinen Ersatz bei einer Insolvenz einer Airline. Seit Tagen gibt es deshalb immer wieder die Forderung nach einer Insolvenzversicherung für Fluggesellschaften.

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Vier News, 8. Februar 2019, 15 Uhr