Fridays for Future: Polizeipräsident bedauert Abbruch der Mahnwache

  • Versammlung war nicht ordnungsgemäß angemeldet worden
  • Polizeipräsident Müller bedauert im Nachhinein den Abbruch
  • Demonstranten wollen bis Freitag vor der Bürgerschaft bleiben
Polizeipräsident Lutz Müller im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern
Polizeipräsident Lutz Müller besuchte am Mittag die Fridays-for-Future-Aktivisten auf dem Marktplatz.

Der Bremer Polizeipräsident Lutz Müller hat das Eingreifen der Polizei gegen die Fridays for Future-Mahnwache am Marktplatz bedauert. "Der Einsatz wurde von uns nachbereitet und wir bedauern es, dass die Versammlung abgebrochen wurde. Das hätte in diesem Fall aufgrund eines Ermessensspielraumes nicht sein müssen." Der Polizeipräsident besuchte am Dienstagmittag die Teilnehmer der Mahnwache, die ihre Aktion am Vormittag fortgesetzt hatten.

Eine fehlende Anmeldung reicht nicht aus, um eine Versammlung aufzulösen. Es muss schon eine Gewalttätigkeit geben. Dann haben wir als Polizei eine hohe Einschreitnotwendigkeit. Aber das was wir gestern vorgefunden hatten, das waren eher Sachen, die hätte man erstmal so regeln können [...].

Lutz Müller, Bremer Polizeipräsident

Die Mahnwache von Fridays for Future auf dem Bremer Marktplatz war in der Nacht zu Dienstag von der Polizei beendet worden. Laut Polizei war die Versammlung nicht ordnungsgemäß angemeldet und es habe keinen Verantwortlichen gegeben. Nach Rücksprache mit den Erziehungsberechtigten hätten die neun Mädchen und Jungen im Alter zwischen 13 und 18 den Marktplatz wieder verlassen.

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Schülerinnen und Schüler demonstrieren auf dem Bremer Marktplatz
In der Nacht mussten die Aktivisten ihre Aktion kurzfristig unterbrechen. Seit Dienstagmorgen sind sie aber wieder auf dem Marktplatz.

Für die kommenden Tage seien jetzt Versammlungen auf dem Marktplatz angemeldet worden. Damit stehe der Fortführung der Mahnwache "aus polizeilicher Sicht nichts im Wege", teilte die Polizei mit. Das hat inzwischen auch das Ordnungsamt bestätigt.

Mahnwache soll bis Freitag dauern

Etwa 20 junge Demonstranten hatten am Montagmorgen eine Mahnwache für mehr Umweltschutz vor der Bürgerschaft begonnen. Bis Freitag wollten sie auf dem Marktplatz bleiben – einige auch über Nacht. Mit der Aktion möchten die Schüler den Vorwürfen entgegentreten, dass sie nur demonstrieren würden, um die Schule zu schwänzen. "Ich denke, dass man gerade jetzt in den Ferien sieht, dass wir nicht nur schwänzen. Wenn wir nur schwänzen würden, würden wir nicht in den Ferien hier sitzen", erklärt die 11-jährige Linnéa.

Täglich um 15 Uhr soll es einen öffentlichen Workshop geben, beispielsweise ein Gespräch mit Wissenschaftlern vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) am Mittwoch. Die wöchentliche Demonstration am Freitag soll die Mahnwache abschließen.

Protest auf dem Marktplatz.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 08. Juli 2019, 19:30 Uhr.