Frachter mit gefährlicher Chemie-Ladung in Bremerhaven entladen

Gefährliche Ladung: Frachter weicht von Hamburg nach Bremerhaven aus

Audio vom 15. Juli 2021
Das Containerschiff "Cap San Lorenzo" im Hamburger Hafen verlassen.
Ein Frachter mit zu viel Ammoniumnitrat an Bord musste den Hamburger Hafen verlassen und ist daraufhin nach Bremerhaven gefahren. Dort soll das explosive Material abgeladen werden. Bild: DPA | Sebastian Peters
Bild: DPA | Sebastian Peters
  • Frachter mit 1.000 Tonnen Ammoniumnitrat im Bremerhavener Hafen entladen
  • Schiff musste Hamburger Hafen wegen zu viel gefährlicher Ladung verlassen
  • Material wird unter anderem zur Sprengstoffherstellung verwendet

In Bremerhaven ist am Vormittag ein Frachter mit rund 1.000 Tonnen Ammoniumnitrat an Bord eingelaufen. Das Schiff sollte eigentlich in Hamburg entladen werden, auf behördliche Anordnung musste der Frachter gestern Abend den Hamburger Hafen aber wieder verlassen. Denn dort sind nur 500 Tonnen der Chemikalie als Fracht erlaubt. Der Stoff gilt als hochgefährlich und hatte vor einem Jahr zur verheerenden Explosion im Hafen von Beirut geführt.

Laut dem Schiffsmeldedienst ist die "Cap San Lorenzo" am Vormittag gegen 10 Uhr in Bremerhaven angekommen und lag dort an der Stromkaje. 40 Container mit jeweils 25 Tonnen Ammoniumnitrat wurden umgeladen und sollen voraussichtlich heute noch Bremerhaven in Richtung Brasilien verlassen. Das sagte ein Sprecher des Häfenressorts zu buten un binnen. Am frühen Nachmittag hat der Frachter den Hafen wieder in Richtung Hamburg verlassen.

Umgang mit Gefahrgut in Bremerhaven nichts Besonderes

Anders als in Hamburg sei der Umschlag von Ammoniumnitrat auch in dieser Menge von der Hafenordnung gedeckt. "Der Umgang mit solchem Gefahrgut ist in Bremerhaven möglich, erlaubt und auch nichts Besonderes", so der Sprecher. Der Verband der Deutschen Reeder sagte auf Anfrage von buten un binnen, dass das Ammoniumnitrat explodieren kann, wenn es mir organischem Material verunreinigt wird.

Der Fall im Libanon, wo unsachgemäß gelagertes Ammoniumnitrat zu einer Großexplosion geführt hatte, sei anderes gelagert, so der Sprecher des Hafenressorts. Bei der Explosion im Hafen von Beirut waren vor knapp einem Jahr 190 Menschen getötet und weite Teile des Hafens und der Stadt verwüstet worden.

Einfuhr nach Hamburg war ein Versehen

Dass die "Cap San Lorenzo" den Hamburger Hafen wieder verlassen musste, aber in Bremerhaven einlaufen durfte, liegt an unterschiedlichen Vorschriften. Laut Hafenordnung dürfen Schiffe in Hamburg höchstens 500 Tonnen Ammoniumnitrat geladen haben. Die Beschränkung gibt es in Bremerhaven nicht. Laut dem Verband Deutscher Reeder ist diese Begrenzung eine reine Hamburger Regelung. Es werde intern aufgearbeitet, wie das Schiff diese Fracht nach Hamburg bringen konnte, sagte ein Redereisprecher. "Das war tatsächlich ein Versehen."

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 15. Juli 2021, 13 Uhr