Nicht arbeiten am "Tag der Arbeit": Warum eigentlich?

Warum darf der Großteil der Menschen in Bremen und in Deutschland am 1. Mai eigentlich die Füße hochlegen – am "Tag der Arbeit"? Antworten von der Straße.

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Die Geschichte des Tages in Bremen

Der 1. Mai ist ein Feiertag "als Bekenntnis zu sozialer Gerechtigkeit und Freiheit, zu Frieden und Völkerverständigung" – so steht es in der Bremer Landesverfassung. Trotzdem ist der Tag auch hier traditionell ein Tag der Arbeiterbewegung und der Gewerkschaften.

"Die erste 1.-Mai-Feier fand nach dem Krieg 1946 statt", so Annette Düring, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Bremen. "Ein Demonstrationszug zog durch die damals komplett kaputte Stadt. Die ersten Kundgebungen in der Nachkriegszeit fanden übrigens auf den Terrassen des Parkhotels am Hollersee statt."

Weniger Demos, mehr Freizeit

Besonders die Metallgewerkschaft und deren Mitglieder aus den ehemaligen großen Bremer Werften, dem Stahlkonzern Acelor-Mittal oder den Autoherstellern Borgward und Daimler nutzten und nutzen den Tag, um für die Rechte der Arbeiter einzutreten. Doch auch der öffentliche Dienst ist in der Stadt besonders gut organisiert. "Es gab in Bremen immer eine starke linke Bewegung und früher auch immer eine Veranstaltung mit Musik und Reden", so Düring. Mittlerweile hat sich diese Veranstaltung zum Open-Air-Konzert mit dem Titel "Vielfalt rockt" entwickelt und wird vom DGB sowie von anderen Organisationen veranstaltet.

Teilnehmerzahlen drastisch geschrumpft

Trotzdem hat sich der 1. Mai in Bremen verändert. Ende der 1950er Jahre setzten sich noch 80.000 Teilnehmer für Mottos wie "Kampf dem Atomtod" oder "Samstags gehört Vati mir" ein. Solche Teilnehmerzahlen sind aber mittlerweile passé: Auf zwischen 3.000 bis 5.000 Demonstrierende ist die Zahl der Teilnehmer mittlerweile gesunken. "Seine Bedeutung hat der 1. Mai aber trotzdem nicht verloren", sagt Düring. "Es ist ein Kampf- und Feiertag, an dem Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen sich treffen und ihre Erfolge feiern." Es gehe immer noch um die gleichen Themen, wie Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen.

  • Jochen Duwe
  • Arne Helms

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins "Der Tag", 30. April 2018, 23:20 Uhr