Eiswettfest: Warum Grantz statt Linnert Bremen repräsentiert

  • Bürgermeister Sieling ist beim Eiswettfest am Samstag verhindert
  • Doch seine Vertreterin, Bürgermeisterin Linnert, ist nicht eingeladen
  • Bremer Grüne wollen dagegen protestieren
Gäste beim Eiswettfest Bremen
Herren unter sich: So ist es Tradition beim Eiswettfest in Bremen. Bild: dpa | Carmen Jaspersen

Beim morgigen Eiswettfest übernimmt der Oberbürgermeister von Bremerhaven, Melf Grantz, kurzfristig den Platz als offizieller Repräsentant des Bundeslands. Bremens Bürgermeister Carsten Sieling musste seine Teilnahme absagen, weil er zu den Trauerfeierlichkeiten für den ermordeten Danziger Bürgermeister Pawel Adamowicz reist. Sielings protokollarische Vertreterin, Bürgermeisterin Karoline Linnert, ist dagegen nicht zum Eiswettfest eingeladen.

Grantz wird die Rolle einnehmen, die traditionell der Präsident des Senats ausfüllt. Ebenso traditionell sind Frauen beim Eiswettfest nicht zugelassen – und das führt wegen der Absage von Bürgermeister Sieling in diesem Jahr zu einer ungewöhnlichen Besetzung: Nicht der Präsident des Senats oder dessen etatmäßige Vertretung – Bürgermeisterin Karoline Linnert – sind als Vertreter des Stadtstaats Bremen am Tisch des Zeremonienmeisters. Sondern die Veranstalter haben den Oberbürgermeister von Bremerhaven eingeladen, diese Rolle kurzfristig zu übernehmen.

Karoline Linnert selbst sagt dazu: Sie fände es grundsätzlich nicht zeitgemäß, "Frauenfeindlichkeit unter dem Deckmantel der Tradition" fortzuführen. Linnerts Partei die Grünen fordern die Veranstalter auf, die Veranstaltung grundsätzlich für Frauen zu öffnen. Sie rufen zu einer Protest-Aktion morgen vor dem Congress Centrum auf.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Rundschau am Mittag, 18. Januar 2019, 12 Uhr