Bremerhavener AWI-Studie: Das sind die Gründe für die Dürren im Sommer

Die Forscher sind der Frage nachgegangen, warum wir in den vergangenen Jahren viele Hitzeperioden hatten. Für das Problem gibt es nur eine Lösung.

Ein Trecker auf einem staubigen Feld.
In den vergangenen Jahren war es im Sommer oft zu heiß und zu trocken. Bild: Imago | Christian Ohde

Ein trockenes Frühjahr kann für Dürre im Sommer sorgen: Ist der April zu warm und regenarm, verdunstet ein großer Teil der in der Erde gespeicherten Feuchtigkeit und es kann sich eine Sommerdürre entwickeln. Das haben Forscher des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) aus Bremerhaven gemeinsam mit Kollegen aus Leipzig herausgefunden. Die Wissenschaftler waren der Frage nachgegangen, warum Mitteleuropa in den letzten 20 Jahren sechsmal von sommerlichen Hitze- und Dürreperioden getroffen wurde.

Bisher sei der Einfluss des Frühlings unterschätzt worden, erläutern sie. Das Wetter im April habe sich in den letzten 14 Jahren grundlegend verändert. "Während es in den Monaten März und Mai kaum Veränderungen gab, war der Monat April im Zeitraum 2007 bis 2020 im Durchschnitt drei Grad Celsius wärmer als im Vergleichszeitraum 1961 bis 1999", erklärt Monica Ionita, Klimaforscherin am Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut. Außerdem habe es seit 2007 in den meisten Regionen Mitteleuropas im April nur halb so viel geregnet wie im Vergleichszeitraum.

Die zunehmende April-Wärme habe dazu geführt, dass im Boden gespeicherte Feuchtigkeit verdunstet ist, so die Forscher. Infolge dessen hätten die Böden bereits im Frühjahr ein deutliches Feuchtedefizit aufgewiesen. Dieses Minus habe bis zum Sommer nicht mehr ausgeglichen werden können.

Erderwärmung muss deutlich gebremst werden

Eine Ursache für die wiederkehrende April-Trockenheit seien die abnehmenden Temperaturunterschiede zwischen der Arktis und den mittleren Breiten. Dadurch verlagere sich der wetterbestimmende Jetstream und es könne sich ein Hochdrucksystem über der Nordsee festsetzen, das dann viel zu warmes und trockenes Wetter bringe. Den Forschern zufolge ist das nur zu verhindern, wenn es gelingt, die Erderwärmung bis 2100 auf 1,5 Grad zu begrenzen.

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Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Rundschau am Nachmittag, 7. Dezember 2020, 16 Uhr