Neues Finanzloch: Schifffahrtsmuseum braucht weitere 40 Millionen Euro

  • Laut Oberbürgermeister Grantz fehlen 40 Millionen Euro zur Sanierung
  • Das Museum hatte zunächst schon 42 Millionen Euro bekommen
  • Es soll auch zwei neue Direktorenposten geben
Schriftzug an einem Gebäude: "Deutsches Schifffahrtsmuseum"
Bild: Radio Bremen | Boris Hellmers
Bild: Radio Bremen | Boris Hellmers

Heute eröffnet das Deutsche Schifffahrtsmuseum (DSM) sein neues, acht Millionen Euro teures Forschungsdepot im Fischereihafen in Bremerhaven. Zugleich wurde bekannt, dass es mit der Sanierung der Altbauten ohne deutlich mehr Mittel nicht weitergehen kann. Wie Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) auf buten-un-binnen-Anfrage sagte, fehlten dem Haus 40 Millionen Euro.

Bisher standen dem DSM 42 Millionen Euro zur Verfügung – diese Summe sollte eigentlich für alle Sanierungsvorhaben reichen. Fertig wurde aber nur das Forschungsdepot. Weder der Scharoun-Bau als Hauptgebäude noch der benachbarte Bangert-Bau konnten fertiggestellt werden.

Nun, so Grantz, solle es einen neuen Masterplan geben, mit dem das DSM weiter entwickelt werden solle. Grantz bedaure, "dass das Museum in den nächsten Jahren Baustelle bleiben wird". Aber es müssten zukunftsgerechte Ausstellungen geschaffen werden, außerdem brauche es eine neue Gestaltung des Außenbereichs. Im Museum soll es außerdem zwei neue Direktoren-Posten geben, einer für Verwaltung und einer für Technik.

Zukunft der Museumsflotte bleibt unsicher

Unsicher ist weiterhin die Zukunft der Museumsflotte, also der historischen Schiffe und Geräte im Museumshafen. Zuletzt musste das "Flaggschiff" des Museums, die "Seute Deern", abgewrackt werden. Sie war über die Jahre in einen schlechten Zustand geraten, ein Brand und ein Absinken hatten ihr den Rest gegeben. Auch viele der anderen Teile der Museumsflotte sind in schlechtem Zustand. Wer für ihre Sanierung aufkommt, ist weiter unklar.

Ein Kran im Museumshafen Bremerhaven
Für diesen historischen Kran gibt es aus Berlin eine Förderzusage. Bild: Radio Bremen | Boris Hellmers

Für die "Seute Deern" soll es mit der "Najade" einen historisierenden Schiffsnachbau geben. Hierzu hatte der Bund die Übernahme von 46 Millionen Euro zugesagt. Zunächst war unklar, ob Teile der Summe auch für die Museumsflotte genutzt werden könnten. Dies hat der Bund aber mittlerweile zurückgewiesen. Für einzelne Objekte wie einen Kran gab es aus Berlin aber Förderzusagen.

Video vom 17. Mai 2021
Ein Kran hebt ein Boot auf einen Lkw.
Bild: Radio Bremen | Carolin Henkenberens
Bild: Radio Bremen | Carolin Henkenberens

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 17. Mai 2021, 19:30 Uhr