Drachenboot-EM: Diese 7 Bremerhavener fahren nach Moskau

Am Mittwoch startet die Drachenboot-EM in Russland. Mit dabei sind sieben Teilnehmer vom Kanu-Verein Unterweser. Um sich fürs Nationalteam zu qualifizieren, wurde hart trainiert.

Die Drachenboot-Sportler sitzen mit ihren Paddeln im Boot
Die Lighthouse Youngsters vom Kanu-Verein Unterweser sind durchs Training auf der Geeste bestens auf Moskau vorbereitet.

Wenn in Moskau die Nationen-Europameisterschaften im Drachenbootfahren stattfindet, ist Bremerhaven mit am Start. Fünf Athletinnen und Athleten im Alter von 14 bis 16 Jahren haben sich fürs Nationalteam qualifiziert. Außerdem fahren zwei Betreuer aus dem Verein mit, Trainer Sebastian Müller und "Team Captain" Lena Dages.

Auf den Teamspirit kommt es an – alle in einem Boot

Sieben Mitglieder des Kanu-Vereins Unterweser stehen in Trainingsanzügen der Nationalmannschaft für ein Mannschaftsfoto am Wasser
Freuen sich auf die EM: Lena Dages (26), Fynn Seybold (14), Pauline Pawlik (15), Jannis Müller, Marie Körner (15), Max Ritter (15) und Sebastian Müller (29).

Im Vorfeld war die Aufregung groß. "Ich habe Angst, dass ich falsch fahre oder so", gibt Jannis zu. Doch sie sind gut vorbereitet. Wenn die Lighthouse Youngsters – so ihr Teamname – wöchentlich auf der Geeste trainieren, hört man das schon von Weitem. Denn dann geht es um Drill. Trainer Müller pusht seine Schützlinge, gibt den Takt vor. Kurz vor der EM waren sie nochmal im Trainingslager und fuhren eine Testregatta zusammen mit dem Jugendnationalteam. "Wir haben sehr gut abgeräumt", sagt Pauline voller Vorfreude. Und erfahren sind sie ebenfalls: Sie alle sind schon ein paar Jahre dabei. Beim Nationalteam müssen sie sich allerdings etwas umstellen, denn dort wird eine andere Technik angewandt. "Das ist nicht weiter schlimm. Muss man sich halt dran gewöhnen", meint Max.

Team mit roten Perrücken beim Drachenboot Cup auf dem Werdersee.
Auch auf dem Bremer Werdersee sieht man im Sommer oft Drachenboote. Bild: Bremen Draggstars

Drachenboot ist ein Kanu-Sport, bei dem 20 Paddler ihr Boot bewegen. Vorne sitzt ein Trommler, hinten ein Steuermann. Alle Fahrer sitzen in Fahrtrichtung und stechen ihre Paddel rhythmisch synchron ins Wasser. Je besser das klappt, desto schneller kommen sie voran. Im Wettkampf werden Strecken von 200, 500 und 2.000 Metern zurückgelegt. Dabei kommt es besonders auf Technik, Schnelligkeit und Kraft an. Und auf den Teamspirit. "Unheimlich viel Zusammenhalt. Das ist das, was Drachenboot ausmacht", sagt der 29-jährige Trainer. "Alles, was wir machen, machen wir letztendlich zusammen." Dazu gehört bei Regatten auch das gemeinsame Zelten. Sie sitzen also buchstäblich in einem Boot. "Man kennt ja dieses Sprichwort und das trifft hundertprozentig zu."

EM-Teilnahme als freudige Überraschung

Dass es fünf Jugendliche von den Lighthouse Youngsters aus Bremerhaven ins EM-Aufgebot schaffen, war für den Trainer eine freudige Überraschung: "Grundsätzlich haben wir für uns erst mal gar nicht damit gerechnet, dass Jugendliche ins Nationalteam mit aufgenommen werden. Das war sehr, sehr überraschend und hat uns riesig gefreut." Marie konnte es erst gar nicht glauben: "Ich habe über beide Ohren gestrahlt und bin immer noch total geflasht."

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  • Joschka Schmitt

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Sonntag aus Bremerhaven, 14. Juli 2019, 12:45 Uhr