Bremer Arbeitnehmer sind immer länger krank

  • DAK-Report: Jeder Berufstätige vergangenes Jahr durchschnittlich 15,6 Tage
  • Arbeitnehmer mit Suchtproblemen fehlten besonders häufig
  • Rauchen ist verbreitetste Sucht

Wie Alkoholsucht den Arbeitsalltag beeinflusst

Eine Flasche Wodka.

Der Krankenstand unter den Bremer Arbeitnehmern ist auf einem neuen Rekordhoch. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport der DAK für das Land Bremen hervor. Ausgewertet wurden dafür Daten von 13.600 Bremer DAK-Versicherten – rund 4,5 Prozent der versicherungspflichtig Beschäftigten im Land Bremen. Durchschnittlich 15,6 Tage fehlte demnach jeder Berufstätige im vergangenen Jahr. Das ist so viel wie seit Jahren nicht mehr.

Besonders hohe Fehlzeiten haben Beschäftigte, die Suchtprobleme haben oder davon bedroht sind: Sie melden sich mehr als doppelt so häufig krank wie andere Arbeitnehmer. Rund drei Viertel der Suchtprobleme sind auf Alkohol zurückzuführen. Laut der Studie hat jeder zehnte Arbeitnehmer in Bremen einen riskanten Alkoholkonsum, trinkt also an mehr als fünf Tagen pro Woche mehr als zwei Gläser Bier. Jens Juncker, Leiter der DAK-Landesvertretung Bremen, fordert daher eine offene und breite Debatte über Sucht als Krankheit: Man müsse hinsehen, hinhören und handeln, um Betroffene nicht allein zu lassen.

Erstmals wurde Gaming untersucht

Erstmals untersuchte der Report auch das Thema Gaming. Demnach spielen rund 60 Prozent der Arbeitnehmer in Bremen Computerspiele. 7,5 Prozent werden als riskante Gamer eingestuft, das sind 30.000 Gamer. Bundesweit spielt jeder vierte riskante Gamer auch während seiner Arbeitszeit Computerspiele.

Rauchen ist laut DAK-Report auch in Bremen die verbreitetste Sucht, die auch die Arbeitswelt betrifft. Fast jeder zweite Raucher raucht nämlich auch während seiner Arbeitszeit, also außerhalb der Arbeitspausen. Jeder sechste Bremer Erwerbstätige ist laut des Berichts zigarettenabhänig. Hochgerechnet seien das 72.000 Beschäftigte. Bundesweit gilt: Unter den jungen Erwerbstätigen zwischen 18 und 29 Jahren gibt es mit 16,3 Prozent den geringsten Anteil. Bei den 60- bis 65-jährigen Berufstätigen raucht fast jeder Vierte.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 2. Juli 2019, 19:30 Uhr