Corona in den Bremer Stadtteilen: Das diskutiert das Netz gerade

In ärmeren Stadtteilen in Bremen gibt es mehr Corona-Infektionen. Dies zeigen aktuelle Zahlen. Die Menschen in Bremen diskutieren dies lebhaft.

Ein überfüllter Bahnsteig am Bremer Hauptbahnhof.
An vielen Orten in der Stadt kann der Abstand nicht eingehalten werden. Einige Facebook-Nutzer glauben, dass beispielsweise in Bussen höhere Ansteckunsgefahr besteht. Bild: Radio Bremen

Das Bremer Gesundheitsressort hatte erstmals Infektionszahlen nach Postleitzahlen aufgeschlüsselt. Das Ergebnis: Die höchsten Infektionsraten gibt es in den ärmeren Gegenden Tenever und Gröpelingen. An dieser Darstellung gibt es Kritik. Interessanter als der Wohnort sei doch die Frage, wo die Menschen sich angesteckt haben, meinen manche.

Naja es wird ja gewertet da wo man wohnt und nicht wo man sich ansteckt! Denke mal eher das liegt daran das die "armen" arbeiten müssen, nicht zuhause bleiben können und oft in Bereichen arbeiten wo sie sich nicht richtig schützen können. Kein Home Office, auf engen Raum, vielleicht in Betrieben die ihre Angestellten nicht ausreichen schützen. Ich hätte doch gerne 2 Karten einmal nach Wohnort einmal nach Ansteckungsort, ich bin mir sicher viele stecken sich auf der Arbeit an.

Markus Meier - 8. November 2020, 10:57 Uhr.

Andere sind der Auffassung, dass das Einkommen der Haushalte nicht der alleinige Grund sein kann. Sie bringen auch Aspekte wie Bildungsstand, Nutzung von Informationen und räumliche Nähe zur Sprache.

Warum ist dies eine große Überraschung? Wie in der Reportage erwähnt, gibt es in diesen Stadtteilen weniger Quadratmeter pro Einwohner. Man muss außerdem denken, dass viele der Menschen, die in der Nähe des Stadtzentrums wohnen (d.h. die es sich leisten können), in Firmen und anderen Jobs arbeiten, die derzeit im Home-Office tätig sind.

Georgia Sfakianaki - 8. November 2020, 11:08 Uhr.

Das hat nicht unbedingt was mit Armut zu tun, sondern mit Bildung!

Marcel Rosenberger - 8. November 2020, 11:34 Uhr.

Der Bremer CDU-Politiker Heiko Strohmann meint, dass der Umgang mit der Corona-Infektion auch eine Frage des kulturellen Hintergrunds sei.

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Einige Nutzer glauben, dass man sich eher in Bussen und Bahnen anstecken könnte. Auch könnten manche Menschen aus Angst um ihren Arbeitsplatz nicht zum Arzt gehen und so andere anstecken.

Die Schere geht auch bei Corona auf. Wer einkommenschwächer ist, ist mehr betroffen. Während der Oberneulander Homeoffice macht oder mit dem Auto ins Büro fährt, da muss sich der Gröpelingen in die überfüllte Bahn quetschen. Aus Angst vor Arbeitsplatzverlust wird auch mit Kratzen im Hals gearbeitet und wenn der Partner positiv getestet wurde, geht man vorsorglich lieber nicht zur Testung.

Katja Nonnenkamp-Klüting - 8. November 2020, 11:13 Uhr.

Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) hat Maßnahmen angekündigt, um das Infektionsgeschehen in benachteiligten Stadtteilen Bremens in den Griff zu bekommen. "Wir werden ab nächster Woche anfangen", sagte die Linken-Politikerin bei buten un binnen. Einige User bezweifeln, dass dies ankommt und kritisieren auch, dass die Maßnahmen zu spät kämen.

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Kritik gibt es auch daran, dass die Corona-Fälle nach Postleitzahlen aufgeschlüsselt und veröffentlicht wurden. So würden bestimmte Gegenden stigmatisiert.

Mein Gott was wollt ihr denn? Erst wurde immer wieder gefordert dass buten un binnen preis gibt, wie die Coronazahlen sich auf die Stadtteile verteilt. Nun wurde genau das veröffentlicht und ihr seid immer noch am meckern von wegen unterirdischer und hetzerische Propaganda. Wie man' s macht ist es immer verkehrt.

Sabine Birk - 8. November 2020, 11:37 Uhr.

In diesen Bremer Stadtteilen sind die Corona-Zahlen besonders hoch

Video vom 7. November 2020
Menschen gehen durch Gröpelingen
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 7. November 2020, 19:30 Uhr