Meinungsmelder

Tobias aus Bremen: Medien schließen einige Menschen aus

Dass es nur noch das Thema "Corona" gibt, belaste die Beziehungen, sagt Familienvater Tobias. Und er kritisiert auch die Berichterstattung der Medien.

Tobias
Tobias meint, die Medien würden nicht alle Personengruppen abbilden. Bild: Tobias

"Zum Glück" seien die Beziehungen in der Familie von Tobias aus Bremen bisher trotz manch unterschiedlicher Meinung zur Pandemie intakt geblieben. Vielleicht auch, weil man sich nicht immer maßnahmentreu verhalten und sich jeder Ventile gesucht habe, um mit der Pandemie zurechtzukommen. Doch er spüre, dass der Geduldsfaden nicht mehr lang genug und das Nervengerüst schon lange nicht mehr so stabil und belastbar ist, wie es das einmal war. Er fahre, vor allem auf der Arbeit, leichter aus der Haut. "Ich habe das Gefühl, dass es auch vielen meiner Kollegen so geht."

Ein großes Problem für ihn ist, dass es in all diesen zwischenmenschlichen Beziehungen nur noch ein Thema gebe: Corona. "Dies sollte man meiner Meinung nach ändern, indem man den Menschen Ihre Freiheiten wieder gibt. Sport, Musik und Kultur...alle Veranstalter und Organisatoren haben bewiesen, dass es mit sinnvollen Hygienekonzepten möglich ist."

Ihm sei die Meinungsfreiheit heilig, die aktuelle Diskussionskultur könne er deshalb nicht verstehen. "Ich finde auch, dass buten un binnen hier keine gute Position eingenommen hat in den letzten Monaten", sagt Tobias.

Menschen wie Tobias werden ausgeschlossen?

Nicht alle Meinungen würden dargestellt. "Vor allem jene nicht, welche nicht im Einklang mit der aktuellen Corona Politik stehen." Manche Personengruppen würden nicht thematisiert oder gleich als Verschwörer und Querdenker abgetan. Bei Corona hieße es sinngemäß: "Jene die noch auf Ihre Impfung warten oder bereits geimpft sind … mal abgesehen von Verschwörungstheoretikern und Querdenkern."

Mit solchen Formulierungen schließe buten un binnen Menschen wie ihn aus der öffentlichen Diskussion aus. "Ich habe ganz andere Beweggründe, warum ich mich nicht mehr impfen lassen möchte", sagt er. Zunächst wollte er sich trotz Bedenken über die Impfstoffentwicklung zum Schutz der Familie impfen lassen. Dann sei die Impfung an Freiheit gekoppelt worden, welche jedem Menschen ohne Bedingung zustehe, sodass man Nicht-Impfwilligen keine Perspektive mehr bot. "Zudem sollten nun auch Kinder geimpft werden, obwohl alle Experten meiner Wahrnehmung nach bis wenigstens Anfang des Jahres davon abgeraten haben." Da habe die Akzeptanz als Vater zweier Kinder schlagartig aufgehört. "Menschen wie mich gibt es allerdings in der aktuellen Berichterstattung von buten un binnen und vielen anderen Medien nicht."

"Man setzt mich gleich mit Menschen, die ich wirklich hasse: Nazis, verkappte Nazis, Querdenker, Verschwörungstheoretiker und anderen Wissenschaftsleugnern." Man müsse auch Menschen, die sich nicht impfen lassen, eine Aussicht auf Normalität bieten. "Ich würde es akzeptieren, dass ich zum Schutz der Bevölkerung als nicht Geimpfter einfach zu einem etwas späteren Zeitpunkt zur Normalität zurückkehren kann." Davon sei aber nicht mehr die Rede.

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Bild: Radio Bremen

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Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Autorin

  • Birgit Reichardt Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 14. Mai 2021, 19:30 Uhr