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Kate aus Bremen: "Manchmal muss es auch einfach mal krachen"

Um Streit zu vermeiden, kann man auch mal ein Thema umschiffen, findet die Bremerin Kate. Für den Fall, dass es doch mal zum Krach kommt, hat sie ein paar Tipps.

Eine Frau mit Strohhut macht ein Selfie auf einem Hausdach
Hält nach heftigen Streits viel von gezielter Ablenkung, um besser vergessen zu können: Kate Peach. Bild: Kate Peach

Einen Kontakt wegen anderer Meinungen zu Corona abbrechen? Für Kate kommt das nicht infrage. "Ich empfehle nach Möglichkeit, betreffende Themen zu meiden", sagt sie. Klar sei allerdings auch, dass das nicht immer gehe. Mitunter sei es den Menschen eben sehr wichtig, das auszusprechen, was sie beschäftigt. "Dann muss man die Möglichkeit haben, seine Meinung und Sorgen auch mitzuteilen", findet Kate und kommt zu dem Schluss: "Manchmal muss es auch einfach mal krachen."

In solchen Fällen könne es sogar passieren, dass man sich richtig anschreit. Mitunter helfe es dann, zu sagen: "Ich gehe jetzt mal eben kurz nach draußen, bin gleich wieder da." Einfach, um frische Luft zu schnappen und tief durchzuatmen. In der Regel gehe es dann wieder.

Kate, die Autistin ist, kennt sich mit Konflikten in der Corona-Pandemie unfreiwilliger Maßen auch deswegen aus, weil sie vom Maskentragen befreit ist. Nicht jeder verstehe das, stellt sie fest und spricht von einer abflauenden Solidarität innerhalb der Gesellschaft: "Konflikte treten da auf, wo, meist unbedacht, verbal aufeinander eingedroschen wird", stellt sie fest.

"Jeder ist einzigartig und wundervoll"

In solchen Situationen werde auch sie schon einmal ausfallend, obwohl das gar nicht ihrem Naturell entspreche: "Denn das kann ich einfach auf den Tod nicht ab, wenn Schwächen, die jeder von uns hat, dazu führen, dass Verurteilungen dafür ausgesprochen werden." Wenn es Probleme gebe, müssen man versuchen, gemeinsam Lösungen und Wege zu finden statt neue Probleme zu schaffen.

In gewisser Weise sieht sich Kate in Konfliktsituationen anderen Menschen gegenüber im Vorteil. "Das ist bei mir dann schnell Schnee von gestern", sagt sie. Einfach, weil ihr aufgrund des Autismus immer wieder neue Situationen durch den Kopf gingen. Das helfe beim Vergessen. Kate hat außerdem einen Tipp für alle, die sich schwer damit tun, Konflikte kurzfristig zu verarbeiten: Man könne versuchen, sich mit etwas abzulenken, das einem Freude bereitet, zum Beispiel mit Hobbys. "Irgendwas, worin man für sich total aufgeht", empfiehlt sie.

Eine andere Möglichkeit bestehe darin, Weggefährten zu treffen, um auf andere Gedanken zu kommen. Im Rahmen der Kontaktbeschränkungen ist das möglich. Jeder sei einzigartig und wundervoll, so wie er eben ist, resümiert Kate. "Darum wird es auch immer unterschiedliche Meinungen und Vorlieben geben. Und das ist auch gut so!" Denn andernfalls wäre es langweilig, findet sie.

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Bild: Radio Bremen

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Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Autoren

  • Birgit Reichardt
  • Alexander Schnackenburg Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 14. Mai, 19:30 Uhr