Erlaubnis zur Öffnung: Deshalb bleiben viele Bremer Diskos dennoch zu

Neue Corona-Verordnung gilt nun in Bremen: Clubs dürfen wieder öffnen

Video vom 2. August 2021
Schild der Lila Eule - Club in Bremen.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Bremens 28. Corona-Verordnung erlaubt Clubs und Diskos, unter Auflagen endlich wieder ihre Türen öffnen zu können. Die Freude bei den Betreibern hält sich jedoch in Grenzen.

Nach mehr als anderthalb Jahren, in denen Bremens Party-Locations ihre Türen verschlossen halten mussten, klingt es zunächst wie ein Befreiungsschlag: Mit der neuen Verordnung darf endlich wieder geöffnet werden. Hygienekonzepte, Namenslisten und Abstand braucht es, aber das war es auch schon, selbst das Auferlegen einer Maskenpflicht obliegt den Bremer Betreibern.

Für die stellt die langersehnte Erlaubnis zurzeit jedoch wenig Grund zur Freude dar: Sie können aufmachen, wollen es teils aber nicht. Denn zu wacklig sei zurzeit die Perspektive, zu wahrscheinlich das Szenario, dass man kurzzeitig öffnet, nur um dann wenig später schon wieder schließen zu müssen – schließlich erlaubt die neue Verordnung ein Öffnen der Clubs nur unterhalb einer Inzidenz von 35, und die Stadt Bremen liegt bereits bei 24,1. Bremerhaven ist bei 32,6, Tendenz steigend.

Daher bliebe der Club dicht, heißt es beispielsweise aus dem LaViva am Breitenweg. Neben der Angst, nur kurz öffnen zu können, habe man nämlich auch Sorge, die Clubszene könnte für die steigenden Zahlen direkt mitverantwortlich gemacht werden – dem wolle man sich nicht aussetzen. Ein weiterer Grund für Unmut: Mit den Discobetreibern habe es seitens der Politik keinen Dialog gegeben, berichten diese buten un binnen. Entsprechend gingen die Beschlüsse zum Teil an der Realität vorbei. Dürften etwa nur 150 Personen in eine Großraumdisco, mache das für den Betreiber finanziell wenig Sinn.

Nach Öffnung im Juni: Wie steht es um Clubs in Niedersachsen?

Einen Beschluss in der Verordnung, wie ihn Bremen jetzt hat, gab es in Niedersachsen bereits Anfang Juni. Clubs und Discos durften öffnen und deren Besucher teils beinahe so feiern wie vor der Corona-Pandemie. Mittlerweile haben die meisten jedoch wieder dicht gemacht. In Niedersachsen liegt der kritische Inzidenzwert nämlich bereits bei 10, anders als in Bremen, wo der Schwellenwert bei 35 festgelegt wurde. Viele niedersächsische Landkreise haben den 10er-Wert mittlerweile durchbrochen.

Bei Club-Betreibern sorgte das für erneuten Ärger. Genervt ist auch Daniel Krampe, dessen Disco in Wilhelmshaven gerade mal zwei Tage geöffnet bleiben konnte.

Das ist für uns eine ziemlich frustrierende Erfahrung, die wir da gerade machen müssen.

Daniel Krampe, Clubbesitzer in Niedersachsen

In der Zwischenzeit hätte er wie viele Kollegen Maßnahmen ergriffen, um die Ansteckungsgefahr in seinem Club zu minimieren, über bessere Luftaustauschwerte bis hin zu anderen Oberflächen, die sich leichter desinfizieren lassen – alles umsonst.

Dabei dürfte er eigentlich sogar noch offen haben, noch ist die Wilhelmshavener Inzidenz bei unter 10. Doch ihm sei das zu unsicher, zu teuer und es mache keinen Spaß – seinen Gästen ebenso wenig, sagt Krampe. Daher bleiben seine Türen nun zu.

So reagieren Clubs und Discos auf die neue Corona-Verordnung

In einem Club steht ein Absperrgitter vor dem Tresen
Bild: DPA | Hauke-Christian Dittrich
Bild: DPA | Hauke-Christian Dittrich

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, 2. August 2021, 14:15 Uhr