Bunker Valentin in Bremen-Farge: Trotz Lockdown kein "lost place"

Im zweiten Weltkrieg wurden beim Bunker-Bau Zwangsarbeiter aus ganz Europa eingesetzt. Seit Fünf Jahren ist er nun Gedenkstätte – und entwickelt sich immer weiter.

"Vorübergehend geschlossen." Auch der Bunker Valentin ist vom erneuten Lockdown betroffen. Als Teile der Anlage heute vor genau fünf Jahren mit einem Festakt als Gedenkstätte eröffnet wurden, waren 400 Gäste anwesend. Es folgten seither abertausende: Seit dem 8. November 2015 wurden rund 135.000 Besucherinnen und Besucher verzeichnet. Und auch im Coronajahr rechnet Marcus Meyer von der Gedenkstätte mit insgesamt rund 30.000 – trotz der außerplanmäßigen Schließungen.

Viereinhalb Meter dick sind die Wände. Die Decken – zur Abwehr von Bomben – bis zu sieben Meter. Dunkel, feucht und kühl ist es in den gigantischen Hallen der U-Boot-Bunkerwerft-Anlage. "Wie alle historischen Orte übernimmt der Bunker eine Zeitzeugenschaft", beschreibt Meyer aus der wissenschaftlichen Leitung des Denkorts, wie die Anlage auf die Besucher wirkt und auch wirken soll. "Er ist der materielle Beweis für die Verbrechen, die stattgefunden haben."

Die Zwangspause des Lockdowns überbrückt der Denkort mit digitalen Angeboten, die künftig noch weiter ausgebaut werden sollen, unter anderem absehbar auch mit einer eigenen App.

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Die Landeszentrale für politische Bildung in Bremen will als Träger des "Denkort Bunker Valentin" vor allem junge Menschen erreichen. Und wird deshalb vor allem die pädagogische Arbeit im kommenden Jahr mit einer weiteren Stelle verstärken, um die Bildungsangebote gezielt weiter ausbauen zu können. Denn zu den Besuchern gehören viele Bremer Schulklassen, für die neben Führungen auch weiter individuelle Angebote zur Verfügung stehen sollen, so Thomas Köcher, Leiter der Landeszentrale. Und dabei ist ihm wichtig, vor Ort an die zu erinnern, die unter dem Bunkerbau gelitten haben: "Der Bunker – mit seiner monumentalen Wirkung – hält Geschichte nicht zuletzt durch die Darstellung individueller Biographien und Schicksale lebendig."

Dieses Thema im Programm: Breme Eins, Der Tag, 6. November 2020, 23:30 Uhr