Corona-Maßnahme: BSAG streicht Fahrplan um ein Viertel zusammen

Die BSAG stellt wegen des Coronavirus ab Mittwoch auf einen erweiterten Sonntagsfahrplan um. Einige Busse und Bahnen fallen weg. Auch Müllabfuhr und SWB stellen um.

Ein Bus der BSAG als Linie 25 Richtung Weidedamm-Süd.
Nicht mehr alle Linien werden während des Sonderfahrplans fahren. Jedoch bespreche ein Krisenstab täglich, ob der Fahrplan ausgebessert werden müsse (Archivbild).

Ab Mittwoch gilt in Bremen ein Sonderfahrplan für Busse und Bahnen. Grund sind Hajo Müller zufolge die Notmaßnahmen, die wegen der Corona-Pandemie getroffen wurden. Müller ist Vorstandssprecher der Bremer Straßenbahngesellschaft (BSAG). "Wir haben einen erkennbaren Rückgang der Fahrgastzahlen", sagte Müller am Dienstag auf einer Pressekonferenz des Umwelt- und Mobilitätsressorts.

Grundlage des gestutzten Fahrplans ist der Sonntagsfahrplan der BSAG. "Wir stocken allerdings auf, wir verdichten zu bestimmten Verkehrszeiten", so Müller. Dennoch werde das Angebot in Summe um rund 25 Prozent gekürzt. Unter anderem werden ab Mittwoch, wenn der neue Plan in Kraft tritt, die Bahnlinie 5 sowie die Buslinien 52, 82, 91, 92 und 95 zunächst nicht mehr bedient.

Wir schauen uns die Entwicklungen aber an. Und können da gegebenenfalls gegensteuern.

BSAG-Vorstand Hajo Müller

Ein Krisenstab tage täglich. Das Unternehmen stimme sich eng mit der Behörde und den Vertragspartnern des BSAG ab.

Insgesamt sind derzeit rund 1.000 Mitarbeiter im Fahrdienst beschäftigt, davon werden, je nach Fahrdienst, zwischen 600 und 800, dringend benötigt, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Hinzu kommen noch 1.200 Mitarbeiter, die zum Beispiel in der Instandhaltung und der Verwaltung beschäftigt sind. Bislang wurde allerdings noch bei keinem Mitarbeiter eine Infektion offiziell bestätigt, so Müller.

Sonntagsfahrverbot aufgehoben

Mit Bezug auf die BSAG, aber auch auf andere Versorgungsunternehmen wie SWB und Hansewasser, betonte Umwelt- und Mobilitätssenatorin Maike Schaefer: "Wir haben noch keine Coronafälle in diesen Unternehmen. Aber wir bereiten uns mit Krisenstäben auf Situationen vor, damit die Bevölkerung weiterhin bekommt, was sie dringend braucht an Daseinsvorsorge."

In diesem Zusammenhang bat sie die Bevölkerung darum, von Hamsterkäufen abzusehen. Diese seien nicht nötig. "Es sind genug Waren, es ist genug Benzin im Land", sagte Schaefer. Damit Tankstellen und Supermärkte weiter mit Produkten versorgt werden könnten, sei bereits das Sonntagsfahrverbot für Lkws aufgehoben worden.

Prioritäten für die Müllentsorgung

Auch soll es Ausnahmen für das Nachtflugverbot am Bremer Airport geben. Hier sei es vor allem wichtig, dass Menschen aus dem Ausland nach Bremen zurück kämen, sagte Schaefer. Niemand, der nach Bremen zurück wolle, solle irgendwo gestrandet bleiben.

Auch die Bremer Stadtreinigung hat der Umweltsenatorin zufolge ein Krisenstab eingerichtet. "Es gibt eine Prioritätenliste im Bereich der Müllabfuhr", so Schaefer. Priorität 1 sei die Abholung des Restmülls. Außerdem die Beseitigung von illegalen Müllablagerungen und Stadtplatzreinigungen. Priorität 2 sei die Abholung des Bioabfalls und die Papierabfuhr.

SWB und Hansewasser bereiten Notversorgung vor

Für den Energieversorger SWB gelte ebenfalls eine Sondersituation, sagte der SWB-Vorstand Torsten Köhne. Er verwies darauf, dass sein Unternehmen bereits Pandemie-Notfallpläne in der Schublade habe. Im Unternehmen selbst setze die SWB stark auf Heimarbeit. "Die Herausforderung für uns ist, die Schichten sicherzustellen", so Köhne.

Insgesamt betreibt das Unternehmen fünf Standorte: Vom Netzleitcenter in Woltmershausen, dass die Steuerung der Versorgungsinfrastruktur für Bremen sicherstellt, über den Fernwärmestandort in Hastedt, von wo aus die Vahr und das Mercedes-Werk mit Fernwärme versorgt wird, bis hin zu den Müllverbrennungsanlagen.

Der Bremer Wasserversorger Hansewasser hat sich ebenfalls damit beschäftigt, wie im Falle einer Ausbreitung der Pandemie die Prozesse aufrechterhalten werden können. "Wir haben in der vergangen Woche Funktionsstellen definiert, um die Prozesse aufrecht zu erhalten", sagte Hansewasser-Vorstand Ekkehart Siering. Dabei handele es sich um rund 65 Personen. Die weiteren rund 300 Mitarbeiter würden derzeit von zuhause aus arbeiten.

Hier können Sie die Pressekonferenz nochmals in voller Länge ansehen:

Hier können Sie sich externe Inhalte (Text, Bild, Video…) von Youtube anzeigen lassen

Stimmen Sie zu, stellt Ihr Browser eine Verbindung mit dem Anbieter her.
Mehr Infos zum Thema Datenschutz.

Der Liveticker vom 17. März:

Autor

  • Kristian Klooß

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 17. März 2020, 19:30 Uhr