Warum ein Bremerhavener mit seiner Musik in Japan erfolgreich ist

Audio vom 1. August 2021
Mehrere Personen sitzen in einem Raum und machen Musik.
Tobias Wilden (rechts) bei einem seiner Auftritte in Japan. Bild: Tobias Wilden
Bild: Tobias Wilden

Langeweile und ein Zufall haben dazu geführt, dass ein junger Bremerhavener mit seiner Gitarre in Japan viel Gehör findet. Es ist die Erfolgsstory eines Autodidakten.

Es gibt Menschen, die richtig erfolgreich sind – nur bekommt das in ihrer Umgebung kaum jemand mit. Tobias Wilden aus Bremerhaven ist so einer. Wilden ist Musiker, spielt Gitarre und Klavier, und hat sich alles komplett selbst beigebracht. Beeindruckend, jedoch bis hier hin nicht einzigartig. Aber: Er ist damit in einem Teil der Erde erfolgreich, an den man vielleicht nicht auf Anhieb denken würde – Japan.

Aus Langeweile zum erfolgreichen Musiker

Eine Person sitzt alleine mit Gitarre auf einer Bühne vor Publikum.
Vom großen Saal in Tokyo bis zum Dorf-Café hat der Bremerhavener Tobias Wilden schon viele Bühnen in Japan gesehen. Bild: Tobias Wilden

Hört man seine Klänge, geht man unweigerlich auf eine kleine Traumreise. Reiseführer: Tobias Wilden. Der Bremerhavener ist gerade einmal 30 Jahre alt, spielt die Gitarre aber, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Dabei ist dieses Hobby eher aus Langeweile entstanden – weil er nach der Schule sechs Monate Zeit rumkriegen musste. "Ich habe schon vorher immer zwischendurch mal versucht mit Gitarrespielen anzufangen, hat nie wirklich geklappt", sagt Wilden.

Dann habe ich mir gedacht, ich nehme mir jetzt einfach mal diese sechs Monate Zeit und gucke für mich selber, wie das klappt.

Tobias Wilden, Musiker

Aus Bremerhaven über Cannes nach Tokyo

Ein Person spielt Gitarre, eine Person filmt mit dem Handy, eine Person arbeitet an einer Wand.
Tobias Wilden kann sich einen Teil seines Lebensunterhaltes mit der Musik verdienen. Bild: Tobias Wilden

Seine Musik beschreibt Tobias als Mischung aus Klassik und New Age. Dabei ist sie rein akustisch – pur ohne Text. Und damit ist er vor allem in Japan erfolgreich. 2013 hat ihn eine Filmstudentin angesprochen, die seine Musik für ein Projekt nutzen wollte – mit ungeahnten Folgen. "Ihr hat meine Musik total gefallen und da hab ich natürlich nicht nein gesagt", erinnert sich der Bremerhavener. Als der Film fertig war, lief er irgendwann auf dem Filmfestival von Cannes. "Darüber hat ein japanisches Label mich entdeckt und da fing das an, da ging das los." Seit 2018 war er mehrfach in Japan auf Tour und hat dabei in verschiedensten Ecken des Landes gespielt.

Ich habe schon im großen Saal in Tokyo gespielt und im kleinen Café im Dorf auf dem Land. Aber ich bin immer zufrieden, es macht großen Spaß.

Tobias Wilden, Musiker

Inzwischen kann Wilden von seiner Musik leben. Etwa drei Viertel seiner Einnahmen macht er durch die Musik – die Hälfte davon alleine in Asien. Da will er auch sobald es geht wieder hin – denn er macht nicht nur Musik, sondern fotografiert auch. Genug Beschäftigung für Wilden? Nein, er hat sich schon neue Ziele gesteckt. "Mich interessieren auch total die Streichinstrumente", sagt Wilden. Gerade Cello und Kontrabass wolle er lernen. "Was ich mir selber nach den Japanreisen beigebracht habe ist Sanjin." Ein japanisches Saiteninstrument mit drei Seiten. "Das war das letzte Projekt, aber mal sehen, was es als nächstes wird."

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Autor

  • Patrick Florenkowsky

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Sonntag aus Bremerhaven, 1. August 2021, 12 Uhr