Brandserie in Bremerhaven: Polizei braucht neues Konzept

Die Brandstiftungen in Bremerhaven haben 2018 zugenommen. Die Polizei denkt inzwischen offenbar auch darüber nach, Hilfe von außerhalb anzufordern.

Ein Löschfahrzeug der Feuerwehr mit ausgefahrener Leiter, beim Löschen eines Hauses
Bei Brandstiftungen in Bremerhaven-Lehe gab es immer wieder auch Verletzte.

101 Fälle von vorsätzlicher Brandstiftung hat die Bremerhavener Polizei laut eigenen Angaben im Jahr 2018 gezählt. Im Vergleich zum Vorjahr sind das acht Fälle mehr. Gleichzeitig sinkt die Aufklärungsquote. Während 2017 noch 14 Prozent aufgeklärt werden konnten, waren es 2018 nur noch 5 Prozent. Deshalb arbeiten die zuständigen Ermittler nach eigenen Angaben nun an einem neuen Konzept.

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Laut Polizeichef Harry Götze werden verschiedene Möglichkeiten in Erwägung gezogen: noch mehr Polizeipräsenz und verdeckte Ermittlung. Aber auch die Bevölkerung soll noch stärker einbezogen werden, um noch mehr Hinweise zu bekommen.

Das ist aus meiner Sicht ziemlich krank, was hier passiert, dass es Menschen gibt, die offensichtlich in Kauf nehmen, dass es zu Menschenopfern kommt.

Harry Götze mit einem Taser
Harry Götze, Polizeidirektor Bremerhaven

Eine Sonderkommission mit 30 Ermittlern sei nach wie vor aktiv. Besonders erschreckend sei, dass die Täter ohne Hemmschwelle vorgingen und den Tod von Menschen in Kauf nähmen. Götze spricht von einer dubiosen Szene skrupelloser Brandstifter. "Gott sei Dank ist das bei dem letzten spektakulären Brand hier im Stadtteil Lehe noch glimpflich ausgegangen, bei dem eine Mutter ihr Kind aus dem Fenster gelassen hat, und das vdort von Passanten aufgefangen wurde. Das hätte auch ins Auge gehen können", sagt Götze.

Mehr als ein einziger Täter

Bei der seit etwa zwei Jahren anhaltenden Brandserie in Bremerhaven geht die Polizei nicht von einem einzigen Täter aus. Es gebe immer wieder Verdachtsfälle, aber bislang sei es nicht gelungen, ausreichend Beweise zu sichern, so Götze weiter.

Zuletzt hatte am 3. März ein Auto in einem Carport gebrannt. Das Feuer griff auf ein Haus über. Außerdem brannten Papiertonnen an einer Schule. Ob die Fälle im Zusammenhang mit der Serie stehen, ist noch unklar.

Immer weniger Straftaten

Der jährlichen Kriminalitätsstatistik ist zu entnehmen, dass die Zahl der Straftaten insgesamt abgenommen hat. 2018 sind in Bremerhaven 12.206 kriminelle Taten gemeldet worden, im Vorjahr waren es noch 12.647. So niedrig war dieser Stand seit 25 Jahren nicht mehr – auch im Verhältnis zur Einwohnerzahl. Die Aufklärungsquote hingegen hat abgenommen und ist so niedrig wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Einen starken Anstieg gibt es bei den versuchten Totschlägen zu beobachten. 2018 wurde in einem Mordversuch und dreizehn versuchten Totschlägen ermittelt. 2017 waren es nur fünf. Die Polizei konnte zwölf der Fälle aus dem Jahr 2018 aufklären.

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  • Dörthe Schmidt

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 5. März 2019, 19.30 Uhr