Fragen & Antworten

5 Antworten zum nachhaltigen Weihnachtsbaumkauf in Bremen

Jedes Jahr dieselben Fragen vor Weihnachten: Echte Tanne oder Plastikbaum? Bio oder Baumarkt? Geschlagen oder im Topf? Was ist die nachhaltigste Entscheidung?

Ein Mann steht zwischen grünen Tannenbäumen
Die Nordmann-Tanne wächst eigentlich nicht regional in Bremen, sondern kommt oft aus Dänemark. Bild: Imago | ANE Edition
Plastik oder Echtbaum: Welcher Weihnachtsbaum ist nachhaltiger?
Für einen Plastikbaum spricht, dass er nur einmal gekauft werden muss und dann jedes Jahr wieder vom Dachboden geholt werden kann. Doch der Energieverbrauch, der alleine für seine Produktion verbraucht wird, ist schon so hoch, dass der Baum über zehn Jahre genutzt werden müsste, so Sönke Hofmann vom Naturschutzbund (Nabu) in Bremen. Plastikbäume schafften die Laufzeit nicht, die sie bräuchten, um einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen: "Einen Plastikbaum sollte man auf keinen Fall kaufen, der geht zu schnell kaputt."
Auch vor der Ökobilanz von Bäumen aus dem Baumarkt warnt er: Die hätten zum einen oft einen langen Transportweg hinter sich und stammten häufig aus Weihnachtsbaumplantagen.

Der ideale, nachhaltige Weihnachtsbaum ist nicht extra angepflanzt worden, sondern kommt aus einer regionalen Durchforstung – das ist das beste, was man machen kann.

Sönke Hofmann, Geschäftsführer Nabu Bremen
Sönke Hofmann, Nabu-Geschäftsführer in Bremen
Was kann problematisch sein an einem Plantagenbaum?
Grundsätzlich kann man davon ausgehen: Je billiger, desto massentauglicher ist der Baum. Dabei gibt es mehrere Probleme, angefangen bei der Belastung der Bäume mit Chemikalien.
"Die bekommen teilweise Wachstumshemmer und Dünger gleichzeitig, damit sie zwar grün und saftig aussehen, aber nicht zu spargelig auseinanderwachsen", so der Nabu-Geschäftsführer. Die Monokulturen würden mit Insektiziden, Unkrautvernichtern und Anti-Pilzmitteln behandelt – alles schlecht für die Umwelt und die eigene Gesundheit.
"Mit dem billigen Baumarktsbaum holt man sich ziemlich sicher eine Giftschleuder ins Wohnzimmer", warnt Nabu-Geschäftsführer Sönke Hofmann. Denn die Giftstoffe am Baum können im Wohnzimmer ausdünsten und sind besonders für Kinder und Senioren eine gesundheitliche Belastung.
Doch auch Plastik schneidet da nicht besser ab: Gerade Kinder sollten weder echte Bäume noch Plastikbäume in den Mund nehmen, so Sonja Pannenbecker von der Verbraucherschutzzentrale Bremen.
Wie erkenne ich einen nachhaltigen, fairgehandelten oder regionalen Weihnachtsbaum?
Am Preis lässt sich ein nachhaltiger und gesunder Weihnachtsbaum nicht festmachen, so Hofmann. Besser sei es, direkt beim Händler vor Ort nachzufragen, wie die Bäume angepflanzt worden sind und auf Zertifikate zu achten.
Bio-Bäume werden mit weniger Dünger und auch weniger Pflanzenschutzmitteln behandelt. Das garantieren Biolabels wie demeter, Bioland oder Naturland. Diese geben Hinweise auf eine ökologische Aufzucht der Bäume. Das fairtree-Label weist auf eine angemessene Bezahlung der Saatgutssammler in Georgien hin.
Wer in Bremen eine klassische Nordmann-Tanne kauft, muss sich im Klaren sein, dass die kein regionaler, mitteleuropäischer Baum ist.
Besser wäre eine heimische Fichte: "Die nadelt aber nach drei oder vier Tagen relativ schnell im Wohnzimmer – auch wenn man sie in einen Eimer Wasser stellt", so Hofmann.
Kann ein 'Weihnachtsbaum im Topf' eine Alternative sein?
"Bloß nicht", sagt Hofmann. Denn: Die Bäume sind jetzt in der Saftruhe und haben sich – obwohl sie grün sind – auf Winter eingestellt. Wenn die Bäume dann für drei Wochen bei 20 bis 25 Grad ins Wohnzimmer kommen, schalten sie auf Sommerbetrieb um: "Dann kommen sie im Januarfrost nach draußen – das überleben die meisten Bäume nicht", so Hofmann.
Welche nachhaltigen Alternativen gibt es zum klassischen Weihnachtsbaum?
Die nachhaltigste Alternative zum Weihnachtsbaum sind ein paar schön dekorierte Tannenzweige. Die machen sich auch gut in Single-Haushalten, so Hofmann und Pannenbecker.
"Es gibt auch Holzgestelle, an die Kerzen oder Lichterketten drangehängt werden können", schlägt Sonja Pannenbecker vor. Wer mag kann auch etwas anderes – wie eine große Zimmerpflanze, eine gebastelte Leiter oder einen Garderobenständer – mit Baumschmuck dekorieren.

So winterlich leuchtet jetzt die Innenstadt in Bremen

Video vom 30. November 2020
Die Bremer Handwerkskammer wird mit winterlichen Motiven bunt bestrahlt.
Bild: Radio Bremen | Marike Deitschun
Bild: Radio Bremen | Marike Deitschun

Autorin

  • Marike Deitschun Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Bremen Vier läuft, 11. Dezember 2020, 14:15 Uhr