Corona-Lage auf Bremer Intensivstationen: "Personal ist der Schlüssel"

41 Covid-Patienten werden im Land beatmet. Werden es mehr, kann Bremen das laut dem Leiter der Intensivmedizin am Klinikum Mitte auffangen. Beim Personal könnte es eng werden.

Video vom 7. April 2021
Der Leiter der Klinik für Intensiv-und Notfallmedizin am Klinikum Bremen-Mitte Rolf Dembinski im Interview bei buten un binnen.
Bild: Radio Bremen
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42 Corona-Patienten liegen in Bremen und Bremerhaven aktuell auf den Intensivstationen, 41 von ihnen müssen beatmet werden. "Die Situation ist angespannt aber eigentlich ganz gut beherrschbar im Moment", sagte Rolf Dembinski, Leiter der Klinik für Intensivmedizin am Klinikum Bremen-Mitte, im buten-un-binnen-Studio. Er geht davon aus, dass die Zahlen noch weiter steigen werden. Sollte das eintreten, sei vor allem das Pflegepersonal der Schlüssel zur ausreichenden Betreuung, so der Intensivmediziner.

Das Personal ist der Schlüssel zur Anzahl der Betten, die wir betreuen können. Beatmungsgeräte haben wir genügend, Platz ist auch da. Aber es sind vor allem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, und vor allem die Pflegekräfte, die hier den Mangel darstellen.

Rolf Dembinski, Leiter Intensivmedizin Klinikum Bremen Mitte

Das Personal habe sich im vergangenen Jahr an die Versorgung von Corona-Patienten gewöhnt, es sei eine gewisse Routine eingetreten. "Aber natürlich ist das eine Dauerbelastung, bei der man aufpassen muss, dass das Personal nicht überlastet wird", so Dembinski.

"Ohne Impfung wird es nicht gehen"

Dembinski glaubt bisher nicht daran, dass in den kommenden Wochen geplante Operationen zugunsten der Betreuung von Corona-Patienten abgesagt werden müssen. "Das wäre das Notfall- oder Katastrophenszenario." In diesem Falle wäre die Versorgung nicht so optimal, wie das jetzt der Fall ist, denn die Teams seien nicht auf die Betreuung von Corona-Patienten spezialisiert und nicht so gut eingespielt.

Mit Blick auf die Zukunft zeigte sich Dembinski "zwiegespalten". Es führe kein Weg daran vorbei, den aktuellen Lockdown zu verlängern – mindestens bis Mai, wenn nicht bis Juni. "Ob eine weitere Verschärfung des Lockdowns dann noch so viel effektiver ist, das bezweifele ich ein wenig", so der Intensivmediziner. Aus seiner Sicht sei vor allem das Vorantreiben der Impfungen wichtig: "Ohne Impfung wird es nicht gehen, die Impfung ist das Wichtigste, das wir tun können."

Die Zahl der Corona-Intensivpatienten in Bremen und Bremerhaven steigt

Video vom 7. April 2021
Ein Intensivbett mit divers technischen Geräten in Klinikum Bremen-Mitte.
Bild: Radio Bremen
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Autor

  • Felix Krömer Redakteur und Moderator und Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 7. April 2021, 19:30 Uhr