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Neue Runde im Streit um Bremer Bordell: "Eros 69" wechselt Besitzer

Video vom 1. Juli 2021
Ein Schild mit der Aufschrift Eros 69.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Das Bordell soll indirekt von den "Hells Angels" geführt worden sein. Jetzt gehen die Geschäftsführerinnen – und mit ihnen wohl auch der Grund für ein Betriebsverbot.

Wo "Eros 69" draufsteht, ist nicht mehr "Eros 69" drin. Nach buten un binnen-Informationen hat die Betreiberfirma des Bordells an der Bremer Duckwitzstraße Besitzer und Geschäftsführer gewechselt. Auf Nachfrage erklärt Jörg Krause, Anwalt der "Joy Company": "Die Anteile an der 'Joy Company' sind an einen Investor veräußert worden. Außerdem gab es einen Wechsel in der Geschäftsführung. Das heißt: Frau Stephanie Pröhl und Frau Martina Pröhl sind keine Geschäftsführerinnen der 'Joy Company' mehr."

Bei den neuen Käufern handelt es sich um eine Investorengesellschaft aus dem ostfriesischen Raum.

Jörg Krause, Anwalt der "Joy Company"

Und so dürfte der Verkauf der "Joy Company" und der Wechsel der Geschäftsführerinnen ein neues Kapitel im Kampf von Innen- und Wirtschaftsbehörde mit den Bordell-Betreibern werden. Zuletzt hatte die Wirtschaftsbehörde auf langes Drängen der Innenbehörde angekündigt, der "Joy Company" den Betrieb des Bordells "Eros 69" zu untersagen. Martina und Stephanie Pröhl seien lediglich "Strohfrauen" der "Hells Angels".

Hintergrund:  Stephanie Pröhl  ist Schwester und Martina Pröhl ist Ex-Frau von Andree Pröhl, dem "Hells Angels"-Präsidenten von Delmenhorst. Als "Strohfrauen" des Rocker-Klubs würde den beiden Frauen die "Zuverlässigkeit" nach Gewerberecht fehlen. Somit dürften sie kein Bordell betreiben.

Neue Besitzer sollen nichts mir "Hells Angels" zu tun haben

Wer die Käufer und neuen Geschäftsführer der "Joy Company" und somit des "Eros 69" sind, liegt noch etwas im Nebel. Der Anwalt der "Joy Company", Jörg Krause, war auch schon der Anwalt von Martina, Stephanie und Andree Pröhl. Er verrät nur so viel: "Bei den neuen Käufern handelt es sich um eine Investorengesellschaft aus dem ostfriesischen Raum. Näheres kann ich heute leider noch nicht bekannt geben." Die Nachfrage, ob eine Nähe der neuen Investoren zu den "Hells Angels" bestehe, beantwortet Jörg Krause knapp: "Nein, definitiv nicht."

Im Moment haben wir noch die beiden Geschäftsführerinnen, deren Unzuverlässigkeit im Sinne des Gewerberechts festgestellt worden ist und weshalb das Widerrufsverfahren läuft.

Kristina Vogt im Interview.
Bremens Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke)

Das Innenressort äußert sich erstmal nicht zu den Neuigkeiten rund um das "Eros 69". Zuständig sei die Wirtschaftsbehörde. Und die Wirtschaftsbehörde weiß bislang noch nicht offiziell von dem Verkauf. "Es wurde uns durch den Rechtsanwalt mitgeteilt, dass ein Verkauf beabsichtigt sei. Zurzeit haben wir aber noch keine offizielle Kenntnis davon. Im Moment haben wir noch die beiden Geschäftsführerinnen, deren Unzuverlässigkeit im Sinne des Gewerberechts festgestellt worden ist und weshalb das Widerrufsverfahren läuft", erklärt Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke).

Neue Besitzer könnten auch zweites Bordell weiter planen

Mit neuen Besitzern und Geschäftsführern ist fraglich, ob der Bordellbetrieb im "Eros 69" behördlich untersagt werden kann. Sollten die neuen Besitzer und Geschäftsführer nach Gewerberecht "zuverlässig" sein, bliebe der Stadt wohl nichts anderes übrig, als das Bordell an der Duckwitzstraße fortbestehen zu lassen. Mehr noch. Offenbar planen die neuen Besitzer der "Joy Company" auch die Bordellpläne für ein Haus an der Bürgermeister Smidt Straße weiterzuverfolgen. "Ich gehe davon aus, dass dieses Projekt vorangetrieben wird", sagt  der Anwalt der "Joy Company" Jörg Krause.

Keine Erlaubnis für Bordell in Bremer Bahnhofsvorstadt

Video vom 26. März 2021
Der Egang des Bordells Eros 69.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Hauke Hirsinger Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 1. Juli 2021, 19:30 Uhr