Nach Notre-Dame-Inferno: Wie wird der Bremer Dom geschützt?

Die Pariser Kathedrale brannte lichterloh in kürzester Zeit. Auch der Bremer Dom hat einen Dachstuhl aus Holz. Mit besonderen Schutzmaßnahmen wird er vor Feuer geschützt.

Der Dachstuhl und die Brandmeldeanlage im Bremer Dom

Wie das Pariser Wahrzeichen, die Kathedrale Notre-Dame, besitzt auch der Bremer Dom einen Dachstuhl aus Holz. Er stammt aus dem späten 19. Jahrhundert und überdacht das Mittelschiff und das Nordschiff des Kirchengebäudes, sagt Hermann Eibach, Mitglied des Bauherrenkollegiums. Im St. Petri Dom könne man sich auf der sicheren Seite fühlen, sagt Eibach. Dort ist gerade erst eine neue Brandmeldeanlage eingebaut worden. Mehr als 20 Melder können bei Rauchentwicklung entsprechende Signale senden, die dann automatisch einen Telefonanruf bei der Feuerwehr Bremen auslösen. "Die Melder in Brandmeldeanlagen generell sind sehr fein eingestellt", sagt Feuerwehrsprecher Andreas Desczka. Entgehen könne ihnen ein Brand kaum, das zeige schon die große Zahl der Fehlalarme.

Was bestimmte Arbeiten betrifft, ist man im Dom darüber hinaus besonders vorsichtig. "Im Dachgeschoß ist es selbstverständlich verboten, zu schweißen oder mit einer Flex zu arbeiten", sagt Hermann Eibach. Die Bremische Evangelische Kirche hat nach eigenen Angaben für Brandschutz und Sanierung der Elektrik im Bremer Dom innerhalb der vergangenen zwei Jahre rund 300.000 Euro ausgegeben. Um die vielen Kabel für die neue Brandmeldeanlage zu verlegen, wurden mehrere Leitern aus Holz extra für den Dachstuhl angefertigt. Dort sind auch Plaketten mit Kennnummern angebracht, damit die Feuerwehrleute schnell zu dem auslösenden Brandmelder gelangen können.

Rathaus wird in Silvesternacht besonders geschützt

In Gebäuden wie dem Dom gibt es für die Einsatzkräfte ein sogenanntes Feuerwehrschlüsseldepot. So können sich die Feuerwehrleute in einem Brandfall Zugang zum Gebäude verschaffen. Im Gebäude lesen die Einsatzkräfte auf einer Anzeigtafel ab, welcher Melder im Gebäude ausgelöst hat. Die Melder sind jeweils mit Nummern gekennzeichnet. Für jede Nummer gibt es eine sogenannte Feuerwehrlaufkarte, anhand derer die Feuerwehr den schnellsten Weg zur Brandstelle findet.

Auch das Rathaus und der Schütting verfügen über solche Anlagen, sagt Desczka. Im Rathaus gibt es zudem zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen. "Die Dachbalken sind mit einer Schutzschicht aus brandhemmenden Chemikalien überzogen. In der Silvesternacht übernehmen vier Feuerwehrleute eine Sicherheitswache", erklärt Desczka. Zum Jahreswechsel 2015/2016 konnten so die Überreste einer Silvesterrakete, die in die Obere Rathaushalle geflogen waren, direkt unschädlich gemacht werden.

  • Verena Patel

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 16. April 2019, 19:30 Uhr