Sport und Einzelhandel: Bovenschulte stellt Lockerungen in Aussicht

  • Bovenschulte: Aktuelle Inzidenz rechtfertige Lockerungen
  • Das betreffe etwa den Einzelhandel oder den Outdoor-Sport
  • Bürgermeister hält Öffnungen von Schulen und Kitas für richtig
Bovenschulte bei einer Regierungserklärung im Senat
Bovenschulte nannte Lockerungsmöglichkeiten für gleich mehrere Gesellschaftsbereiche – mahnte aber gleichzeitig: "Vorsicht bleibt die Mutter der Porzellankiste". Bild: DPA | Sina Schuldt

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) hat bei seiner Regierungserklärung in der Bremischen Bürgerschaft am Vormittag erklärt, dass Bremen in einigen Bereichen baldige Lockerungen ins Auge fassen will. Die aktuellen Inzidenzwerte würden eine neue Grundlage bieten, um das kommende Woche im Senat zu beraten, so der Bremer Regierungschef.

Das gelte unter anderem für die aktuell geltenden Kontaktbeschränkungen. Die momentane Regelung, nach der ein Haushalt sich mit nur maximal einer weiteren Person treffen darf, passe nicht zu den aktuellen Infektionszahlen. Der Senat sehe dort Änderungsbedarf, hieß es. Auch die weitgehende Öffnung von Schulen und Kitas ab Montag hält Bovenschulte für richtig und vertretbar. Er kündigte an, dass bis zu den Osterferien das gesamte Kitapersonal sowie alle Grundschullehrerinnen und –lehrer eine Corona-Schutzimpfung bekommen haben.

Zum Teil gesundheitsgefährdend nennt dagegen der CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Röwekamp die Lockerungen im Schul- und Kitabereich. Dass zum Beispiel keine Masken im Unterricht getragen werden müssten, könne er nicht nachvollziehen. Daher könne die CDU den umfassenden Schulöffnungen auch nicht zustimmen.

"Bei Sport unter freiem Himmel wieder mehr zulassen"

Als Bereiche für mögliche Lockerungen nannte Bovenschulte darüber hinaus vor allem den Einzelhandel und den Outdoor-Sport. "Wir sind uns im Grundsatz einig, dass wir beim Sport unter freiem Himmel wieder mehr zulassen können als derzeit", erklärte Bovenschulte; auch, wenn dies sicher nicht ganz ohne Beschränkungen funktionieren könne.

Gleiches gelte für den Einzelhandel. Demnach könne sich der Senat Regelungen vorstellen, Termin-Shopping oder auch "date & collect" zuzulassen. "Konkret wird der Senat einen Vorschlag der Handelskammer aufgreifen und ermöglichen, dass einzelne Kundinnen und Kunden zu fest vereinbarten Terminen in den Geschäften bedient werden können", so Bovenschulte. Das sei "kein großer Wurf" für die Wirtschaft, würde es aber Kunden wieder ermöglichen, zumindest alleine mit einem Verkäufer im Geschäft Waren anzuschauen und zu kaufen.

Konkret wird der Senat einen Vorschlag der Handelskammer aufgreifen und ermöglichen, dass einzelne Kundinnen und Kunden zu fest vereinbarten Terminen in den Geschäften bedient werden können.

Andreas Bovenschulte, Bremer Bürgermeister

Trotz der Aussicht auf Lockerungen in Bremen mahnte Bovenschulte zugleich weiterhin zur Vorsicht. Nach einem längeren Rückgang stagnierten die Infektionszahlen zuletzt. Bremen stehe zwar im Ländervergleich gut dar, doch mit Blick auf die sich schnell ausbreitende Corona-Mutante "B.1.1.7." müsse nach wie vor mit viel Bedacht vorgegangen werden. So würden Lockerungsschritte in Bremerhaven wohl auch erstmal kürzer ausfallen als in der Stadt Bremen. Bremerhavens 7-Tage-Inzidenz stieg zuletzt rapide auf einen Wert von fast 160.

Bremer Lehrkräfte sollen ab kommender Woche Schnelltests nutzen können

Als zwei der wichtigsten Bausteine für die kommende Zeit nannte Bovenschulte das kürzlich beschlossene, 70 Millionen Euro schwere Mega-Impfzentrum in den Bremer Messehallen und die Möglichkeit von Schnelltests. Im Hinblick auf letzteres sei er enttäuscht, dass der Bund sein Versprechen bislang noch nicht eingelöst habe.

"Ich erwarte, dass spätestens auf der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz am kommenden Mittwoch verbindliche Verabredungen getroffen werden, wie diese Schnelltests in die nationale Teststrategie eingebaut werden können", sagte Bovenschulte. In Bremen habe die Bildungsbehörde 300.000 Selbsttests bestellt, schon ab der nächsten Woche solle das Lehrpersonal diese nutzen können. Auch in Kitas sollen Schnelltests zur Verfügung stehen.

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Video vom 22. Februar 2021
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Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 25. Februar 2021, 8 Uhr