Viel zu trockener April: "Wir bräuchten durchgehenden Landregen"

Trotz des jetzt einsetzenden Regens: Der April war viel zu trocken. Der Geschäftsführer des Bremer Bauernverbandes Christian Kluge sieht die Situation kritisch, aber nicht dramatisch.

Trecker auf einem staubigen Feld
So sah es in den vergangenen Tagen auf vielen Feldern in Deutschland aus. Der April war deutlich zu trocken. Bild: DPA | Patrick Pleul
Herr Kluge, im April war die Niederschlagsmenge geringer als üblich. Wie geht es den Landwirten in Bremen damit?
Das Frühjahr war auch in Bremen viel zu trocken, es ist viel zu wenig Regen gefallen. Daher stellt sich die Lage in der Bremer Landwirtschaft auch als sehr kritisch dar, aber noch nicht als dramatisch.
Diese Woche soll es nun an mehreren Tagen regnen. Kann dieser Niederschlag bereits zum Ausgleich der Trockenheit führen?
Die angekündigten Schauer für diese Woche werden zu keinem Ausgleich der Wassermenge führen können, dafür sind die prognostizierten Mengen zu gering. Das, was wir bräuchten, wären zwei bis drei Tage durchgehender Landregen. Aber in dieser Situation gilt die Devise: Jeder Tropfen hilft.
Wie ist die Lage in Bremen im Vergleich zu anderen Bundesländern?
Die Lage in Bremen ist kritisch, aber andere Regionen in Deutschland, beispielsweise Brandenburg, sind schon deutlich stärker betroffen. Dort führen die leichten sandigen Böden mit schlechtem Wasserhaltevermögen zu dramatischen Situationen.
Welche Landwirte und welche Anbauweisen leiden unter Trockenheit am meisten?
Hier kann man nicht differenzieren. Alle Kulturen sind betroffen. Nicht nur im Obst- und Gemüseanbau brauchen wir mehr Wasser, auch für das Grünland und den Ackerbau sind dringend Regenfälle nötig.
Könnten Landwirte in Zukunft auch auf neue Züchtungen zurückgreifen, die resistenter gegen Trockenheit sind?
Trockenresistente Pflanzen können, wenn überhaupt, nur eine langfristige Lösung sein, da das züchterische Bearbeiten von Eigenschaften einer Pflanze zehn Jahre oder länger dauern kann. Sollten wir allerdings drei zu nasse Jahre in Folge bekommen, wären trockenresistente Pflanzen genau der falsche Ansatz.

Steuert Bremen auf die nächste Dürre zu?

Video vom 20. April 2020
Eine Wiese mit einem trockenen erdigen Bereich.

Autorin

  • Maike Albrecht

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Vormittag, 29. April 2020, 8:20 Uhr