So soll eine Ausbildung gegen den Pflegekräftemangel helfen

Audio vom 21. Mai 2021
Bremen Zwei Logo
Bild: Radio Bremen
Bild: DPA | Robert Kneschke

Die neue Pflegehelferinnen-Ausbildung soll einen einfachen Einstieg ermöglichen. Eine Bremerin gibt Einblicke in einen stressigen Alltag, der sie glücklich macht.

Die Bremerin Sinja Schnieders weiß, was sie will – schon mit 17 Jahren sieht sie ihren beruflichen Lebensweg glasklar vor sich: Erst will sie die zweijährige Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegehelferin machen, dann ein paar Monate darin arbeiten bis sie in die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau einsteigen kann. Dann möchte sie sich auf die Kinderkrankenpflege konzentrieren und vielleicht noch Hebamme werden.

Ohne diese neue Ausbildung hätte Sinja Schnieders es jedoch ganz und gar nicht einfach gehabt: Mit einem Hauptschulabschluss kann sie keine Pflegekraft werden. Pflegehelferin hingegen schon. Danach kann sie die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau machen und diese sogar um ein Jahr verkürzen.

Pflegehelferinnen unterstützen Fachkräfte im Krankenhaus

"Die Ausbildung ist für viele ein niederschwelliger Einstieg in den Pflegeberuf," sagt Timo Sczuplinski, Sprecher der städtischen Kliniken in Bremen. Er glaubt daher auch, dass diese Ausbildung dem Fachkräftemangel etwas entgegensetzen kann, weil die Pflegehelferinnen und Pflegehelfer die Fachkräfte im Krankenhaus unterstützen. Sie helfen bei der Körperpflege der Patientinnen und Patienten, unterstützen beim Messen von Temperatur und Blutdruck, helfen beim Essen oder bei Toilettengängen. Also alles Tätigkeiten, für die Examinierte Pflegekräfte wenig Zeit haben.

Die Ausbildung ist für viele ein niederschwelliger Einstieg in den Pflegeberuf.

Timo Sczuplinski, Sprecher der städtischen Kliniken in Bremen

Das Interesse an der Ausbildung steigt: Daniela Wendorff von der Bildungsakademie der Gesundheit Nord in Bremen erzählt, dass es zehn Prozent mehr Bewerberinnen und Bewerber auf die Ausbildungen gibt. "Ich glaube, dass durch die Pandemie erkannt worden ist, dass der Pflegeberuf systemrelevant ist und dass er – anders als in der Vergangenheit – einen höheren Stellenwert in den Köpfen der Menschen erlangt hat – und deswegen auch das Interesse der Menschen gestiegen ist."

Ein stressiger Beruf, der glücklich macht

Sinja Schnieders ist jedenfalls begeistert von ihrer Ausbildung zur Pflegehelferin. Von den Nachrichten über die schlechten Arbeitsbedingungen lässt sie sich nicht abschrecken. Ihre Ausbildung besteht zur Hälfte aus Theorie, die andere Hälfte arbeitet sie im Krankenhaus. Insofern hat sie selbst den Stress schon mitbekommen, der in den Krankenhäusern herrschen kann. "Mehr Personal wäre schon gut," sagt sie. Und fügt hinzu: "Klar, ist es schon zwischendurch mal stressig aber es macht mich zumindest glücklich, wenn ich sehe, dass die Menschen froh sind, wenn jemand da ist und ihnen hilft."

Mehr zum Thema:

Autorin

  • Kirsten Rautenberg Redakteurin

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Mittag, 21. Mai 2021, 12:13 Uhr