Corona bremst Rückgang der Arbeitslosigkeit im Land Bremen

  • Im Vergleich zum Februar ist die Quote gesunken
  • Das ist typisch für den Frühling, so die Arbeitsagentur
  • Allerdings sei der Rückgang wegen Corona geringer als in den Vorjahren
Ein Mann läuft über eine Straße, im Vordergrund steht ein großes A.
In Bremen und Niedersachsen gab es im März weniger Arbeitslose als im Februar. Bild: DPA | Sonja Wurtscheid

Bremen und Niedersachsen melden weniger Arbeitslose als noch im Februar. Im Bundesland Bremen waren im März 41.607 Menschen arbeitslos gemeldet. Damit sank die Quote um 0,4 Prozentpunkte auf 11,3. In Niedersachsen reduzierte sie sich um 0,1 Punkt auf 6,0. Dort hatten somit 261.259 Menschen im März keinen Job. Die Arbeitsagentur Niedersachsen-Bremen führt die sinkenden Zahlen auf die übliche Frühjahrsbelebung zurück. Sie fiele wegen der Corona-Krise nur niedriger aus als in den vergangenen Jahren.

Der Corona-Effekt zeigt sich vor allem im Vergleich mit dem Vorjahr. Im Frühjahr 2020 sei die Arbeitslosenzahl schnell angestiegen, sie liege seitdem stabil um mehr als 5.000 über dem Vorkrisenniveau. Erfreulich sei, dass es trotz der schwierigen Rahmenbedingungen weiter keine größeren Entlassungen gegeben habe.

Bremen kommt im Städtevergleich gut weg

"Würde die Pandemie nicht existieren oder würde der Lockdown beendet, würde sich der Arbeitsmarkt wieder in normalen Bahnen bewegen", so Joachim Ossmann, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven. Abgesehen vom langsamen Impffortschritt sei er grundsätzlich optimistisch, wie sich der Arbeitsmarkt weiter entwickelt, so Ossmann. Im April hoffe er für seinen Agenturbezirk wieder auf eine Arbeitslosenquote unter zehn Prozent.

Im Vergleich zu anderen Großstädten steht die Stadt Bremen laut Ossmann gut da. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr ist mit 17,8 Prozent geringer ausgefallen als in Hamburg (29,4 Prozent), Hannover (25,1 Prozent) oder Berlin (36,1 Prozent).

Sorge um die Langzeitarbeitslosen

"Was uns gar nicht gefällt, ist die Entwicklung der Langzeit-Arbeitslosigkeit", sagte der Chef der Bremer Agentur für Arbeit. Die Langzeitarbeitslosen profitieren nicht von der Frühjahrsbelebung. Ossmann befürchtet einen Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit. Diese Gruppe könnte zu den Verlierern der Pandemie zählen. "Wir müssen massiv dagegen steuern", so Ossmann. Dafür brauche es viel mehr Qualifizierung.

So spaltet Corona unsere Gesellschaft in arm und reich

Video vom 25. Januar 2021
Symbolbild: Die Schere zwischen Arm und Reich, dargestellt durch eine reale Schere mit Aufklebern.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 31. März 2021, 10:00 Uhr