Fragen & Antworten

Nach Feuer in Bremen: Das raten Experten bei Akku-Bränden am E-Bike

Ein Fahrradakku nach einem Brand, daneben der Fuß eines Feuerwehrmannes (Archivbild)
Akku-Brände entstehen oft durch falsches Laden – und sollten von der Feuerwehr gelöscht werden. Bild: Imago | Jonas Walzberg

Ein defekter Akku hat in Bremen einen Hausbrand verursacht. Was Sie in so einem Fall tun und wie Sie solche Brände vermeiden können, dazu geben Experten diese 6 Tipps.

Ein defekter Pedelec-Akku hat in Bremen einen Wohnungsbrand ausgelöst. Die Polizei schätzt den Schaden auf eine halbe Million Euro. Warum solche Unfälle vorkommen können, wie sie sich vermeiden lassen und was im Ernstfall zu tun ist, erklären ADFC, Feuerwehr und Polizei hier.

Was tun, wenn ein Akku brennt?
Wenn ein Pedelec-Akku raucht, brennt oder gar explodiert, empfiehlt die Feuerwehr Bremen eine klare Vorgehensweise. So sollte zunächst die Stromversorgung getrennt werden. Anschließend sollte das Fahrrad möglichst schnell ins Freie oder zumindest in einen Raum ohne brennbare Gegenstände geschoben werden. Wenn der Akku nicht am Fahrrad angebracht sei, könne er zum Beispiel durch eine Schaufel, die nicht brennbar sei, nach draußen befördert werden. "Und dann sollten Sie sofort den Notruf der Feuerwehr wählen", sagt Frank Lang von der Feuerwehr Bremen.
Und was sollte man nicht tun?
"Auf keinen Fall darf man mehr an den Akku drangehen oder ihn gar öffnen", sagt Feuerwehrmann Lang. Auch Wasser zum Löschen sollte nicht verwendet werden. "Denn Wasser ist elektrisch leitend." Ebenso wenig nütze es, einen rauchenden oder brennenden Akku mit einer Decke oder einem Handtuch löschen zu wollen. Denn erstens könne die Hitze Handtücher oder Decken selbst zum Brennen bringen, zweitens handele es sich um chemische Reaktionen, die nicht wie normale Feuer erstickt werden könnten. Auch der im Zweifel giftige Rauch sollte auf keinen Fall eingeatmet werden, sagt Lang.
Ein Fahrrad mit abgebrannten Akku (Archivbild)
Akkus, die brennen, sollten möglichst schnell ins Freie gebracht werden. Bild: Imago | Jonas Walzberg
Wie werden Akkus sicher geladen?
Akku-Brände sind eher selten. Dennoch gibt es immer wieder Fälle. Der Akku, der jetzt in Bremen-Walle einen Wohnungsbrand ausgelöst hat, war laut Polizeiangaben defekt. Außerdem habe es sich nicht um den original zum Rad gehörenden Akku gehandelt. Die Polizei Bremen hat aus diesem Grund noch einmal darauf hingewiesen, dass beim Laden nur Ladegeräte- und Ladekabel genutzt werden sollten, die für den Akku vorgesehen sind.

Die Betriebsanleitung zu lesen, den richtigen Akku zu nutzen und ausschließlich das zugehörige Ladegerät zu verwenden, rät auch der ADFC. Der Fahrradclub weist darüber hinaus darauf hin, Akkus nur im Trockenen und bei den in der Betriebsanleitung angegebenen Temperaturen zu laden. Sie liegen üblicherweise zwischen 0 und 40 Grad Celsius. Direkte Sonneneinstrahlung sollte beim Laden in jedem Fall vermieden werden.
Wo werden Akkus sicher geladen?
Im Falle des Wohnhausbrands in Bremen hatte der Pedelec-Besitzer den Akku in seinem Wohnsitz aufgeladen. Um sicherzugehen, dass selbst im Brandfall keine zu großen Schäden entstehen, rät der ADFC hingegen, Akkus nicht in der Nähe von brennbaren Materialien aufzuladen, zum Beispiel auf Fliesen. Außerdem sollten Akkus nicht über längere Zeit unbeaufsichtigt geladen werden. Die Polizei Bremen empfiehlt ergänzend, Pedelecs und andere akkubetriebene Geräte möglichst an einem Ort mit Rauch- oder Brandmelder zu laden.
Wohin mit defekten und beschädigten Akkus?
Ist ein Akku mechanisch beschädigt oder kaputt, sollte er dem ADFC zufolge keinesfalls mehr genutzt werden. Stattdessen sollte der Defekt sofort dem Händler gemeldet und der Akku dort persönlich hingebracht werden. Der Postversand von defekten Akkus ist verboten. Ebenfalls nicht erlaubt ist es, alte und kaputte Akkus im Hausmüll zu entsorgen. Stattdessen können sie bei jedem Pedelec-Händler abgegeben werden. Bei Akkus von Smartphones oder Laptops gilt das für die entsprechenden Fachhändler.
Welche Zertifikate geben Sicherheit?
Wer ganz sichergehen will, dass der eigene E-Bike- oder Pedelec-Akku alle Sicherheitsstandards erfüllt, kann sich auch anhand von Zertifikaten orientieren. So ist beispielsweise die UN-T-Zertifizierung, die die Transportsicherheit bestätigt, für Akkus Pflicht. Besser ist dem ADFC zufolge eine Zertifizierung der BATSO (Battery Safety Organization). Um dieses Zertifikat zu erhalten, muss der Akku zuvor Tests zur Gebrauchssicherheit bestanden haben. Ob der Akku darüber hinaus auch zum Ladegerät passt, bescheinigt das GS-Siegel (Geprüfte Sicherheit).

Mehr zum Thema

Akku löste Brand in Bremen-Walle aus – halbe Million Euro Schaden

Feuerwehrkräfte vor einem brennenden Haus in Walle
Bild: Nord-West-Media TV
Bild: Nord-West-Media TV

Autor

  • Kristian Klooß Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 8. Juli 2021, 10 Uhr