EZB erhöht Strafzinsen: Bremer Banken warnen vor Folgen für Kunden

  • Banken müssen höhere Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld bei EZB parken
  • Konsequenzen könnten auch Sparer in Bremen treffen
  • Banken raten zu alternativen Anlagen
Das Logo der Sparkasse auf einer Scheibe.
Wer viel Geld auf dem Konto anspart, muss mitunter Zinsen zahlen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Strafzinsen für Banken angehoben. Der sogenannte Einlagensatz sei von minus 0,4 Prozent auf minus 0,5 Prozent gesenkt worden, teilten die Euro-Wächter am Donnerstag in Frankfurt mit. Ein Minuszeichen beim Einlagenzins bedeutet, dass die Institute Strafzinsen zahlen müssen, wenn sie bei der Notenbank überschüssige Gelder parken. Der Satz ist bereits seit 2014 negativ.

Sparkassenkunden müssen mitunter bereits Strafzinsen zahlen

Diese Geldpolitik bleibt auch für Bremer Sparer nicht folgenlos: "Bei Firmenkonten und auch im Private Banking gibt es schon seit einiger Zeit bei hohen Summen auf Giro- oder Tagesgeld bereits individuelle Vereinbarungen, die mit den Kundinnen und Kunden besprochen und abgestimmt worden sind", teilt die Bremer Sparkasse auf Anfrage von buten un binnen mit. Konkret heißt das: Wer viel spart, muss unter Umständen dafür zahlen.

Die Sparkassen würden schon länger vor den Auswirkungen der EZB-Politik für die breite Bevölkerung warnen, so die Stellungnahme der Bremer Sparkasse. "Negativzinsen stellen für alle Sparkassen eine erhebliche Belastung dar. Denn gerade Kreditinstitute mit einer Ausrichtung auf die breite Kundschaft und damit auf traditionelles Einlagen- und Kreditgeschäft sind betroffen", heißt es weiter. Die Möglichkeiten, die durch die Strafzinsen verursachten Kosten für die Privatkunden aufzufangen, seien begrenzt.

OLB: Ein schwarzer Tag für alle Sparer

Kritik kommt auch von der Oldenburgischen Landesbank: "Die Entscheidung der EZB ist ein schwarzer Tag für alle Sparer und verschärft den Druck auf alle Banken. Für den Kleinstsparer bedeutet das, dass sein Sparguthaben weiterhin keinen Ertrag abwerfen wird. Solange es für die OLB wirtschaftlich vertretbar ist, werden wir keine Negativzinsen an Kleinstsparer weitergeben", heißt es auf Anfrage von buten un binnen. Für Anleger erhöhe die EZB-Politik den Druck, in Aktien, Edelmetalle oder Fonds zu investieren.

Der negative Einlagezins der EZB soll die Konjunktur ankurbeln, indem er die Banken dazu anregt, ihr Geld nicht bei der Zentralbank anzuhäufen, sondern in Form von Krediten an Privatkunden und Unternehmen weiterzugeben. Den Schlüsselzins zur Versorgung der Institute mit Geld beließ die EZB bei 0,0 Prozent. Bereits seit März 2016 liegt er auf diesem Rekordtief.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 13. September 2019, 23:30 Uhr