Fragen & Antworten

Sicherheit, Pflege, Gütesiegel: Das sollten Sie zu FFP2-Masken wissen

FFP2-Masken schützen besonders effektiv vor einer Corona-Ansteckung, doch nicht alle Masken tragen den Namen "FFP2". Wir erklären, warum das oft kein Problem ist.

In einer Apotheke reicht ein Mitarbeiter einem älteren Kunden drei verpackte FFP2-Schutzmasken.
Nicht auf allen Atemschutzmasken ist die Bezeichnung "FFP2" aufgedruckt – auch Masken mit dem Aufdruck N95 oder KN95 sind im Handel. Sie stammen aus China und den USA. Bild: Reuters | Annegret Hilse

Bereits Mitte November 2020 konnten sich Bremerinnen und Bremer über 60 Jahren in Apotheken kostenlos mit sogenannten FFP2-Masken eindecken. Bei diesen Masken wird die ein- und ausgeatmete Luft besonders gut gefiltert, der Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus ist besonders hoch. Vor der Corona-Pandemie kannte man sie vor allem im Bereich des Handwerks als sogenannte Staubschutzmaske. In Sachen Pflege, Tragedauer und beim Kauf gibt es jedoch einiges zu beachten. Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die FFP2-Masken im Überblick.

Wie funktionieren FFP-Masken und wie hoch ist der Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus?
Partikelfilternde Masken, sogenannte FFP-Masken, bestehen aus einem stabilen Material, das die Luft filtert. "FFP" steht in diesem Fall für "filtering face piece", also einem Filterschutz für das Gesicht. Es wird zwischen verschiedenen Schutzklassen unterschieden: FFP1 filtert bis zu 80 Prozent der Partikel aus der Luft, die größer sind als 0,6 Mikrometer (μm). FFP2-Masken filtern 94 Prozent und Masken der Klasse FFP3 filtern 99 Prozent dieser Partikel aus der Luft. Laut Robert-Koch-Institut schützen die Masken der Klasse FFP2 oder FFP3 vor einer Infektion mit dem Coronavirus. Das Robert-Koch-Institut weist aber auch darauf hin, dass der Schutzeffekt der FFP2-Maske nur dann umfassend gewährleistet ist, wenn sie durchgehend und dicht sitzend getragen wird. Bei der Anwendung durch Laien sei ein Eigenschutz über den Effekt eines korrekt getragenen Mund-Nase-Schutzes hinaus daher nicht zwangsläufig gegeben.
Maske ist nicht gleich Maske: Sie tragen unterschiedliche Namen und es gibt verschiedene Abkürzungen und Zahlenangaben. Welche Qualitätskriterien sind für FFP2-Masken wichtig?
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte unterstreicht, dass auch FFP-Masken klare Gesetzes-Anforderungen und technische Normen einhalten müssen. Besonders wichtig ist die Filterleistung des Maskenmaterials. Diese wird anhand der europäischen Norm "EN 149:2001+A1:2009" mit Aerosolen getestet. Diese Norm ist zusammen mit der Kennzeichnung "CE" und der vierstelligen Kennnummer auf der Oberfläche der FFP-Maske aufgedruckt. Der Aufdruck "CE" zeigt an, dass die Maske das Nachweisverfahren erfolgreich durchlaufen hat. Die Buchstaben stehen für "Conformité Européenne", übersetzt heißt das: "europäische Konformität". Nur mit CE-Aufdruck dürfen Hersteller ihre Masken legal in Europa vertreiben. Gleichzeitig weist die Bremer Gesundheitsbehörde darauf hin, dass einige CPA-Masken jedoch keine CE-Kennung haben. CPA steht in diesem Fall für "Corona-Virus-Pandemie-Atemschutzmaske". "Bürgerinnen und Bürger haben allerdings jederzeit die Möglichkeit sich an unsere Marktüberwachungsstelle zu wenden. Hier wird dann die individuelle Prüfung vorgenommen", so eine Sprecherin der Behörde.
Warum steht auf manchen Masken "FFP2" und auf anderen KN95 oder N95 und was bedeutet das?
KN95 und N95 sind Maskenstandards aus China und den USA. Diese sind im Zuge des Mangels an Schutzausrüstung im Frühjahr 2020 per Sondergenehmigung auf den europäischen, beziehungsweise deutschen Markt gekommen. Seit dem 1. Oktober 2020 ist diese Sondergenehmigung wieder aufgehoben. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin bestätigt, dass der Standard N95 im Wesentlichen den Anforderungen an FFP2-Masken entspricht. Der chinesische Maskentyp KN95 wiederum entspreche im Wesentlichen den Anforderungen der amerikanischen N95 Masken.
Immer wieder hört man von minderwertigen Atemschutzmasken, die angeblich im Umlauf sein sollen. Stimmt das auch für Bremen?
Vor allem online gibt es auf verschiedenen Plattformen zahlreiche Angebote zu FFP2-Masken, nicht alle garantieren jedoch einen geprüften Schutz vor Coronaviren, berichtet das ZDF-Verbrauchermagazin WISO, das FFP2-Masken getestet hat. Auch Recherchen von "Report Mainz" haben den Einsatz minderwertiger Masken aufgedeckt. Masken, die offizielle Prüfstellen durchlaufen haben, erkennt man an der Kennung "CE" und vier dahinterstehenden Ziffern, die die jeweilige Prüfstelle angeben. Laut der Bremer Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) gebe es in Bremen derzeit keine Hinweise auf fehlerhafte FFP2-Masken. Die Marktüberwachung in Bremen habe insbesondere gemeinsam mit den Zollbehörden die Einfuhr von Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) überwacht. "Bei Produkten, bei denen eine Nachbesserung von geringfügigen formalen Mängeln nicht möglich war, wurde einer Einfuhr nicht zugestimmt. Uns ist allerdings eine Art CPA-Maske bekannt, die den Test hinsichtlich des Atemwiderstandes nicht bestanden hat," bestätigt eine Sprecherin des Gesundheitsressorts.
Warum ist diese Maske dennoch auf den deutschen Markt gelangt?
Diese Masken sind laut Gesundheitsbehörde nach dem chinesischen Standard GB 2626-2006 produziert worden. Die Sonderzulassung erfolgte durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), welches die Maske als geeignet für den Einsatz im medizinischen Bereich als eine partikelfiltrierende Halbmaske des Typs FFP2 angesehen hat. "Sie durften ausschließlich an Gesundheitseinrichtungen, beziehungsweise an medizinisches Fachpersonal oder an systemrelevante Einrichtungen veräußert werden", so eine Sprecherin der Behörde. Die Sonderzulassung war auf den Zeitraum zwischen dem 5. Mai 2020 und dem 31. August 2020 beschränkt. Bremen habe gegenüber dem Bundesministerium für Gesundheit und Bundesministerium für Arbeit und Soziales mehrmals seine Bedenken dagegen geäußert – ohne Erfolg. Somit sei Bremen rechtlich an diese Regelung gebunden gewesen. "Diese Masken wurden daher auch in Bremen, wie in allen anderen Bundesländern, in den Verkehr gebracht", bestätigt das Gesundheitsressort.
Wie unterscheiden sich die FFP2-Masken zu einem Mund-Nase-Schutz aus Stoff?
Der einfache Mund-Nase-Schutz aus Stoff stammt oft aus eigener Herstellung, ist demnach nicht zertifiziert und nur für den Privatgebrauch gedacht. Stoffmasken schützen die Menschen im Umkreis des Trägers vor einer Ansteckung, weil die ausgeatmeten Aerosole des Trägers durch den Stoff zum Teil zurückgehalten werden. Auch für den Träger der Stoffmaske sinkt das Infektionsrisiko durch Andere. FFP2-Masken gehören zur Kategorie der Atemschutzmasken und sind normalerweise nur für Einsätze durch medizinisches Personal gedacht. Sie verhindern die Aerosolübertragung kleinster Partikel und schützen laut Robert-Koch-Institut auch vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus. FFP2-Masken mit einem Ventil schützen nur den Träger der Maske, da die ausgeatmete Luft ungefiltert durch das Ventil strömen kann.
Wo kann man FFP2-Masken kaufen und wie teuer sind sie?
FFP2-Masken erhält man beispielsweise in Apotheken, Drogerien oder im Online-Handel. Die Preise für die Atemschutzmasken variieren und sind auch abhängig von der abgenommenen Stückzahl: Pro Maske zahlen Verbraucher so in etwa zwischen 1,40 Euro und 4,50 Euro. Für Menschen, die 60 Jahre und älter oder Risikopatienten sind, werden seit Mitte Dezember 2020 kostenlose FFP2-Masken in Apotheken ausgegeben. Zu bestimmten Vorerkrankungen gehören Asthma, Demenz, Diabetes, chronische Herz- oder Niereninsuffizienz. Ebenfalls berechtigt sind Schlaganfall- und Krebspatienten, Menschen mit Trisomie 21 und Risikoschwangere.
Wie sinnvoll ist das Tragen von FFP2-Masken in der aktuellen Situation?
Der Bremer Virologe Andreas Dotzauer spricht sich für einen breiteren Einsatz von FFP2-Masken innerhalb der Bevölkerung aus. Er bezieht sich dabei auf FFP2-Masken ohne Ventil. Diese hätten gerade bei einer langen Tragedauer die beste Wirkung hinsichtlich des Eigenschutzes und des Schutzes von anderen Personen, so Dotzauer. "Bei insgesamt hohen Infektionszahlen und auch wegen des damit verbundenen hohen Anteils symptomloser Überträger, sind solche Masken zum Schutz von einem selbst und von anderen angebracht", sagt der Virologe der Universität Bremen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte bewertet FFP-Masken als "Gegenstände der persönlichen Schutzausrüstung" zum Schutz vor Partikeln, Tröpfchen und Aerosolen.
Wie lange können FFP2-Masken im Alltag getragen werden?
Laut Dotzauer können die FFP2-Masken mehrere Stunden getragen werden. "Bei kurzer Tragedauer können die Masken mehrmals benutzt werden. Innen feuchte oder verunreinigte Masken sollten nicht mehr getragen werden", empfiehlt der Virologe. Auch mit Masken sollte der vom Robert-Koch-Institut empfohlene Sicherheitsabstand von mindestens 1,50 Metern eingehalten werden.
Kann man FFP2-Masken – ähnlich wie Stoffmasken – zu Hause reinigen, desinfizieren und damit wiederverwenden?
FFP2-Masken sind verhältnismäßig teuer, weshalb für viele Menschen eine mehrfache Verwendung der Maske eine kostensparende Option ist. Andreas Dotzauer rät davon aber dringend ab. "FFP2-Masken sind als Einwegprodukte hergestellt und konzipiert worden, das heißt der besonders gute Schutz kann durch Feuchtigkeit und ein Ausleiern der Maske auf Dauer nicht garantiert werden", sagt Dotzauer. In den Masken sei ein elektrostatischer Filter eingearbeitet, der besonders empfindlich auf Feuchtigkeit reagiere, das Material sei aber auch insgesamt für Waschvorgänge nicht vorgesehen. Auch von einer Desinfektion durch Hitze, zum Beispiel im Backofen, rät Dotzauer ab. "Das Material reagiert in jedem Fall und ob die Zuverlässigkeit des Schutzes dann noch gewährleistet ist, ist fraglich." Auch Desinfektionsmittel sollte man nicht direkt auf die Maske aufbringen: Abgesehen von der kontraproduktiven Feuchtigkeit greife dies ebenfalls das Material der Maske – und damit die Wirksamkeit– stark an.
Erspart das Tragen einer FFP2-Maske eine eventuelle Quarantäne?
Laut Lukas Fuhrmann, dem Sprecher der Bremer Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard, handelt es sich bei FFP2-Masken um Arbeitsschutzprodukte, die beispielsweise in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen getragen werden, um dort vor Infektionen zu schützen. Einen Einfluss auf die geltenden Quarantäne-Bestimmungen haben FFP2-Masken nicht. "Daraus lässt sich keine allgemeine Regel ableiten. Das Tragen von FFP2-Masken schützt demnach nicht automatisch davor, dass Sie als Kontaktperson der ersten Kategorie eingestuft werden und in Quarantäne müssen", sagt Fuhrmann. Menschen, die eine FFP2-Maske tragen sind eigentlich vollkommen vor dem Coronavirus geschützt. Der Behörde reicht diese Tatsache als Grund für das Aussetzen der Quarantänepflicht jedoch nicht aus. Man könne nicht davon ausgehen, dass die Masken durchweg und korrekt getragen wurden, so Fuhrmann.

Bremen verteilt Masken – die Zweite: Gratis FFP-2 Masken ausgegeben

Video vom 21. November 2020
Eine Person die Hygienehanschuhe trägt und Mund-Nasen-Schutz-Masken verpackt.
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Angela Weiß

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 10. November 2020, 19:30 Uhr