Coronavirus-Ambulanz am Klinikum Bremen-Mitte eröffnet

  • Gesundheitsbehörde hatte Ambulanz zusammen mit Hotline angekündigt
  • Zentrale Anlaufstelle am Klinikum Bremen-Mitte angesiedelt
  • 100 Menschen am ersten Tag angemeldet
Video vom 9. März 2020
Ein Schild zur Corona-Ambulanz an einem Holzzaun.

Bremen hat am Montagvormittag eine Corona-Ambulanz eröffnet. Bürger, die befürchten sich angesteckt zu haben, können sich an diese Stelle wenden. Nötig dafür ist allerdings eine Überweisung vom Arzt oder ein begründeter Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus. In der Corona-Ambulanz waren nach Angaben von Oberärztin Judith Gal schon für den ersten Tag 100 Patienten angemeldet, die von ihren Hausärzten überwiesen worden sind. Viele von ihnen seien im Urlaub in Norditalien gewesen, wo das Virus besonders grassiert.

Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Die Linke) wies darauf hin, dass nach wie vor Hausärzte die erste Kontaktstelle seien. Wer meint, sich mit dem Virus infiziert zu haben, solle dort zuerst anrufen und erfragen, ob es sinnvoll sei, zur Ambulanz zu kommen.

Nach wie vor gilt, dass nicht alle und jede getestet werden, sondern diejenigen, die Symptome aufweisen und aus einem Risikogebiet kommen oder Symptome aufweisen und Kontakt hatten mit einer infizierten Person.

Claudia Bernhard (Linke), Bremer Gesundheitssenatorin

Die zentrale Anlaufstelle hatte Bernhard am vergangenen Montag gemeinsam mit der Corona-Hotline als Bremer Maßnahmen gegen das Virus angekündigt. In Bremen laufen die Beratungen dazu, wie mit Großveranstaltungen umgegangen wird. Voraussichtlich sollen Leitlinien aber erst am Dienstag veröffentlicht werden.

Angesiedelt ist die Corona-Ambulanz im sogenannten Haus 99 am Klinikum Bremen-Mitte. Von dort und von der Gesundheit Nord (Geno) kommt auch das medizinische Personal. Das zu finden, sei laut Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) gar nicht so einfach gewesen. Die Beschäftigten müssen, wenn sie einmal in der Ambulanz sind, dort zunächst auch bleiben und können nicht so schnell wieder in andere Abteilungen zurückkehren. Dort aber entstehen dann Löcher, sagte Bernhard.

Ambulanz soll mindestens bis Ende April eingerichtet bleiben

Nötig sei die Ambulanz, um Hausärzte zu entlasten. Die seien grundsätzlich immer noch erste Anlaufstelle. Bei den Ärzten gäbe es jedoch zum Teil Verunsicherungen und Überlastungen. Die Ambulanz bleibt bis mindestens Ende April bestehen, möglicherweise auch länger – je nachdem, wie sich die Fallzahlen in Bremen entwickeln. Geöffnet hat sie montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr.

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Vier News, 9. März 2020, 9 Uhr