Einen Punkt gewonnen oder zwei verloren? Werder hadert mit dem Remis

Werder-Spieler Milos Veljkovic und Marco Friedl stützen nach dem Unentschieden in Wolfsburg nachdenklich die Hände in die Hüften.

In Lachs zum grün-weißen Remis: Werder verspielt Sieg gegen Wolfsburg

Bild: Imago | Eibner

Die Bremer zeigten bei ihrem Bundesliga-Comeback eine teils furiose Leistung und überraschten nicht nur Gegner Wolfsburg. Doch echte Freude kam nach dem 2:2 nicht auf.

Nur sechs Minuten hatten gefehlt. Sechs Minuten bloß hätte Werder am Samstagnachmittag in der Wolfsburger Arena den Ball vom eigenen Strafraum noch fernhalten müssen. Dann wäre die Rückkehr der Bremer in die Bundesliga ein echtes Spektakel geworden.

Doch es gab sie eben, jene 84. Spielminute, den Schuss von Josuha Guilavogui und den Ball, der im Netz hinter Jiri Pavlenka zappelte. Und der der Euphorie über den überraschend dominanten Auftritt der Bremer mit dem 2:2 einen Dämpfer verpasste.

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"Als wären es 2 Punkte zu wenig"

So waren auch die Reaktionen der Werderaner über dieses erste Spiel zurück in der 1. Liga gespalten. Echte Freude wollte nicht aufkommen, dafür fühlte sich das Remis dann doch mehr wie eine kleine Niederlage an.

Der eine Punkt fühlt sich nach dem Spielverlauf an, als wären es zwei Punkte zu wenig. Aber es war eine sehr gute Leistung und wir haben uns über 90 Minuten diesen Punkt mindestens verdient.

Werder-Trainer Ole Werner in der ARD

Auch bei Kapitän Marco Friedl überwog nach dem Spiel in der ARD der Frust: "Wenn man führt, will man das Spiel auch gewinnen. Deshalb ärgert es mich natürlich sehr, dass wir das Spiel nicht über die Runden gebracht haben."

Werder überrascht mit aggressivem Pressing

Doch wer hätte vorher gedacht, dass sich Werder über ein Remis in Wolfsburg ärgern müsste? So ganz sicher war sich selbst Trainer Ole Werner vor dem Saisonauftakt nicht, inwieweit seine Mannschaft in der Bundesliga würde mithalten können.

Dass er seine Elf am Samstag mit aggressivem Pressing aufs Feld schicken würde, damit hat Werner ganz offensichtlich auch die Wolfsburger mit Neu-Coach Niko Kovac überrascht und überrumpelt.

Wir haben heute gesehen, dass wir mit unserer Art und Weise Fußball zu spielen erfolgreich sein können. Auch wenn es zum vollen Erfolg mit drei Punkten nicht ganz gereicht hat.

Werder-Trainer Ole Werner in der ARD

Werder-Coach Werner nach Remis beim VfL: "Gemischte Gefühle"

Bild: Radio Bremen

"Top-Leistung" in der 1. Halbzeit

Werder-Spieler Leonardo Bittencourt reckt jubelnd seinen Finger hoch nach seinem Treffer in Wolfsburg.
Leonardo Bittencourt steuerte für Werder den Kopfball-Treffer zum 2:1 zu. Bild: DPA | Swen Pförtner

Werder zeigte besonders in der ersten Halbzeit einen mitreißenden Auftritt, als "Top-Leistung" bezeichnete sie hinterher nicht nur Stürmer Niclas Füllkrug. Sein Treffer aus der Distanz hatte Werder in der 21. Minute den Ausgleich beschert. Leonardo Bittencourt legte kaum zweieinhalb Minuten später per Traum-Kopfball das 2:1 nach.

Werder schien obenauf, fast so, als wäre das Team nie weg gewesen aus der Bundesliga. Doch in der zweiten Hälfte geriet der furiose Lauf ins Stocken. Und es wurde ein Remis statt eines Triumphs.

"Kleine Fehler werden bestraft"

"Ich habe gemischte Gefühle", meinte Bittencourt in der ARD: "Nach der ersten Halbzeit war ich sehr zufrieden, wie wir das gemacht haben. In der zweiten Halbzeit war das dann zu wenig von uns." Auch für ihn fühlt es sich eher wie zwei verlorene Punkte an.

Ich glaube, wenn man auswärts bis zur 80. Minute mit 2:1 führt und ein richtig gutes Spiel macht, wäre es schon schöner mit drei Punkten nach Hause zu fahren. Nun müssen wir uns mit dem Punkt zufrieden geben.

Werder-Torschütze Leonardo Bittencourt in der ARD

Fazit des Comebacks bleibt für Werder jedoch: Es lief in Wolfsburg deutlich besser, als man erwarten konnte. Doch die Bremer haben sofort gemerkt, worin der Unterschied zwischen der 2. Liga und der Bundesliga besteht. "Kleine Fehler werden bestraft, das haben wir heute direkt zu spüren bekommen", sagt Bittencourt, ist aber dennoch optimistisch für Werders Chancen in dieser Saison: "Es wird ein schwieriges Jahr, aber wenn wir weiter so auftreten, dann schaffen wir das auch."

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Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Das Wochenende im Stadion, 6. August 2022, 17:25 Uhr