Hafenbetriebe beenden Tarifstreit mit bis zu 9,4 Prozent Lohnzuschlag

Hafenarbeiter mit Warnwesten protestieren in Bremen (Archivbild)
Hafenarbeiter aus Bremen und Bremerhaven haben auch mit Warnstreiks für den neuen Tarifabschluss gekämpft. Bild: Imago | Cord
  • Verdi-Bundestarifkommission nimmt zuvor ausgehandelten Tarifvertrag an
  • 9,4 Prozent mehr Lohn im Containerumschlag, 7,9 Prozent bei Stückgutbetrieben
  • Tarifvertrag gilt für rund 12.000 Beschäftigte

Der Tarifstreit für die Hafenbetriebe ist beendet. Die Verdi-Bundestarifkommission hat heute den Tarifvertrag angenommen, den die Gewerkschaft mit der Arbeitgeberseite ausgehandelt hatte und der damit in Kraft tritt. Für die 12.000 Beschäftigten in bremischen und niedersächsischen Häfen bedeutet das: Sie bekommen rückwirkend zum 1. Juli mehr Geld, 9,4 Prozent im Containerumschlag und 7,9 Prozent in konventionellen und Stückgutbetrieben. Im kommenden Jahr sind es weitere 4,4 Prozent mehr.

"Unser Ziel war ein echter Inflationsausgleich, um die Beschäftigten nicht mit den Folgen der galoppierenden Preissteigerungen allein zu lassen", sagt Verdi-Verhandlungsführerin Maya Schwiegershausen-Güth. Dies sei in den meisten Betrieben gelungen. "Ohne den außerordentlichen Einsatz der Kolleginnen und Kollegen, die mit Warnstreiks und Demonstrationen für ihre Ziele eingetreten sind, wäre dies nicht möglich gewesen", so die Gewerkschafterin.

Ende eines monatelangen Tarifkampfs

"In einer langen und harten Tarifauseinandersetzung sind die Unternehmen über ihre Belastungsgrenze gegangen, um zu einer Einigung zu kommen und die Zukunftsfähigkeit der deutschen Seehafenbetriebe nicht aufs Spiel zu setzen", sagt Ulrike Riedel, Verhandlungsführerin des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS).

Gewerkschaft und Arbeitgeber hatten monatelang um eine Einigung gekämpft. Im Juli hatten lange Streiks den Betrieb in den norddeutschen Seehäfen vorübergehend lahmgelegt.

Rückblick: Norddeutsche Häfen stehen still

Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Nachmittag, 5. September 2022, 17 Uhr