Patientenmörder Högel steht erneut als Zeuge vor Gericht in Oldenburg

Der Patientmörder Niels Högel tritt in den Gerichtssaal

Patientenmörder Högel steht erneut als Zeuge vor Gericht in Oldenburg

Bild: DPA | ASSOCIATED PRESS/Hauke-Christian Dittrich
  • Högel sagt als Zeuge gegen ehemalige Klinik-Vorgesetzte aus
  • Vor Gericht stehen drei Ärzte, drei leitende Pflegekräfte und ein Ex-Klinik-Geschäftsführer
  • Laut Anklage hätten sie Högls Mordtaten mit hoher Wahrscheinlichkeit verhindern können

Am fünften Verhandlungstag in Folge ist der verurteilte Patientenmörder Niels Högel in einem Prozess gegen frühere Klinikvorgesetzte als Zeuge vernommen worden. Der 45-Jährige wurde vor dem Landgericht Oldenburg zu Morden an Patienten befragt, für die er bereits verurteilt wurde.

Das Gericht will klären, ob seine damaligen Vorgesetzten gegebenenfalls eine Mitschuld durch Unterlassen trifft. Ihnen wird in unterschiedlichem Umfang Beihilfe zum Totschlag beziehungsweise versuchten Totschlag jeweils durch Unterlassen vorgeworfen.

In den Krankenhäusern Oldenburg und Delmenhorst brachte Högel zwischen den Jahren 2000 und 2005 wehrlose Patienten um, indem er ihnen nicht verordnete Medikamente spritzte. Högel wurde 2019 wegen 85-fachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt und verbüßt seine Strafe in der JVA Oldenburg.

Bei den Angeklagten handelt es sich um drei Ärzte, drei leitende Pflegerinnen und Pfleger und einen Ex-Klinik-Geschäftsführer der Kliniken Oldenburg und Delmenhorst. Aus Sicht der Anklage hätten sie Mordtaten Högels mit an "Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" verhindern können. Dem widersprechen die Verteidiger. Für den am 17. Februar begonnenen Prozess sind insgesamt 42 Verhandlungstage angesetzt. (AZ: 5 Ks 800 Js 69047/14 (20/16))

Prozess gegen Ex-Vorgesetzte: Serienmörder Högel sagt vor Gericht aus

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 24. März 2022, 10 Uhr