Ermittler belastet ehemalige Vorgesetzte von Patientenmörder Högel

Der wegen Mordes an Patienten verurteilte Niels Högel in einem Gerichtssaal.

Patientenmorde: Ermittler belastet ehemalige Högel-Vorgesetzte

Bild: DPA | Mohssen Assanimoghaddam
  • Ehemaliger Chefermittler der Soko "Kardio" sagt erneut aus
  • Dokumente belegen aus seiner Sicht, dass die Vorgesetzten von den Taten gewusst hätten
  • Niels Högel war 2019 wegen 85-fachen Mordes an Patienten verurteilt worden

Im Prozess um die frühere Vorgesetzten von Patientenmörder Niels Högel ist der ehemalige Chefermittler der Soko "Kardio", Arne Schmidt, erneut als Zeuge geladen. Im Prozesstag gestern hat er bereits mit seiner Zeugenaussage die sieben Angeklagten schwer belastet.

In seiner Zeugenaussage berichtete der ehemalige Chef-Ermittler unter anderem von Statistiken zu Sterbefällen und Protokollen des Betriebsrats des Klinikums Oldenburg. Aus ihnen werde deutlich, dass sich Högels Vorgesetzte und auch die Spitze des Klinikums dessen Taten bewusst gewesen seien müssen.

Außerdem gebe es Informationen, dass am Klinikum Oldenburg ein Pflegedienstleiter bereits 2001 angeregt habe, die Staatsanwaltschaft zu informieren. Das sei damals aber abgelehnt worden, berichtete der ehemalige Chefermittler. Der Krankenpfleger Niels Högel war 2019 wegen 85-fachen Mordes verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft will herausfinden, ob seine Vorgesetzten etwas gewusst haben.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 22. April 2022, 12:00 Uhr