Polizeikostenstreit: Jetzt solidarisiert sich Hamburg mit Bremen

Bisher stand Bremens Innensenator Mäurer im Kreise seiner Länderkollegen recht allein da bei den Kosten für Hochrisikospiele. Nun aber kommt Unterstützung aus Hamburg.

Drei Polizisten stehen mit dem Rücken zur Kamera vor dem Weser-Stadion.
Verstärkt im Einsatz bei Hochrisiko-Fußballspielen: Bremer Polizistinnen und Polizisten. Bild: Imago | Nordphoto

Hamburg steht nach Aussage von Innensenator Andy Grote einer Beteiligung der Deutschen Fußball Liga (DFL) an den Kosten für zusätzliche Polizeieinsätze bei Risikospielen aufgeschlossen gegenüber. "Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts sieht die Welt etwas anders aus", sagte der SPD-Politiker am Montag der Deutschen Presse-Agentur und bestätigte damit eine Stellungnahme seiner Behörde im Fachmagazin "Kicker".

Es sei schwer zu begründen, "warum wir das nicht machen sollen, wenn man die Begründung des Urteils durchliest", meinte Hamburgs Innensenator Grote. Für diese Saison schloss er entsprechende Schritte aus. Man werde mit der Liga und den Vereinen im Gespräch bleiben. In der Vergangenheit hatten neben Hamburg auch Thüringen und Rheinland Pfalz Sympathie für Bremens Haltung gezeigt.

Das Bundesverwaltungsgericht hatte im März entschieden, dass eine Beteiligung der Vereine an zusätzlichen Polizeikosten bei Risikospielen grundsätzlich rechtens ist. Um die Erstattung gibt es seit längerem Streit. Auslöser der juristischen Auseinandersetzung war ein Gebührenbescheid des Landes Bremen für einen umfangreichen Polizeieinsatz beim Spiel Werder gegen den Hamburger SV im April 2015.

Mäurer trifft Innenminister von Rheinland Pfalz

Hamburgs Innensenator Andy Grote gestikuliert mit seiner linken Hand bei einer Pressekonferenz.
Hamburgs Innensenator Andy Grote stellt sich auf die Seite seines Bremer Kollegen Ulrich Mäurer. Bild: DPA | Regina Wank

Am Dienstag treffen sich der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) und der Bremer Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) in Mainz, um über das Thema zu beraten. Die DFL hatte am 10. September angekündigt, vier Gebührenbescheide des Bundeslandes Bremen fristgerecht zu begleichen. Die Bescheide belaufen sich auf 1,17 Millionen Euro.

Vorerst sollte Werder Bremen die Hälfte übernehmen. Rechtlich gibt sich die DFL aber noch nicht geschlagen. Sie erhob Widerspruch gegen alle Gebührenbescheide und behielt sich vor, diese einzeln gerichtlich überprüfen zu lassen. "Die Anrufung des Bundesverfassungsgerichts ist nach Abschluss des Rechtsweges möglich", hatte es im Schlusssatz der DFL-Mitteilung vom 10. September geheißen.

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 30. September 2019, 18:06 Uhr