Weniger Gästefans im Stadion? Hess-Grunewald und Bode offenbar uneinig

Im Streit um Polizeikosten bei Hochrisikospielen hat Werder-Präsident Hess-Grunewald bei Sport1 die Idee verteidigt, weniger Gästefans zuzulassen. Aufsichtsratschef Bode ist dagegen.

HSV-Anhänger zünden im Nordderby bei Werder Pyrotechnik.
Das Norderby zwischen dem HSV und Werder gilt als Hochrisikospiel. Im Februar 2018 zündeten Gästefans im Weserstadion Pyrotechnik. (Archivbild) Bild: Imago

Wäre es möglich, weniger Gästefans ins Stadion zu lassen, könnten sogenannte Hochrisikospiele als normale Begegnungen betrachtet werden. Damit würden die Polizeikosten gesenkt. Werders Präsident Hubertus Hess-Grunewald will darüber "ernsthaft nachdenken", wie er in einem Interview mit Sport1 am Samstag sagte.

Damit stellt sich der Präsident gegen Aufsichtsratschef Marco Bode. Der Vorsitzende von Werders Aufsichtsrat hatte kürzlich der "Welt" gesagt, ein Verzicht auf Gästefans sei "völlig ausgeschlossen". Werder wolle Gästefans und damit eine tolle Atmosphäre

Muss man die Gästekontingente reduzieren, um möglicherweise ein Rot-Spiel zu einem Gelb-Spiel werden zu lassen? Wenn wir da für uns eine Chance sehen, den Schaden zu mindern, dann müssen wir über eine solche Option, wenn sie sich denn ergibt, ernsthaft nachdenken. Das wird uns, glaube ich, niemand übel nehmen.

Hubertus Hess-Grunewald, Werder-Präsident

Werder muss Vorgehen gegenüber DFB und DFL begründen

Die Entscheidung über das Ticketkontingent für Gastvereine liegt nicht bei den Klubs, sondern ist in der Spielordnung der Deutschen Fußball Liga (DFL) festgeschrieben: Grundsätzlich sollen mindestens zehn Prozent der Stadionkapazität dem Gast zur Verfügung stehen.

Geändert werden könne dies im Einzelfall durch die "rechtskräftige Entscheidung eines DFB-Rechtsorgans" bei "besonderer Gefahrenlage", heißt es dazu in der Spielordnung. Erwägt der Heimverein eine Begrenzung, "sind gegenüber DFB und DFL GmbH rechtzeitig vor einer entsprechenden Festlegung die Gründe hierfür schriftlich darzulegen."

Das Land Bremen hatte der DFL die hohen Polizeikosten für vier Werder-Spiele in Rechnung gestellt, diese hatte die Gebührenbescheide im September mit großem Widerwillen beglichen, reichte die Rechnung aber mindestens zur Hälfte an Werder weiter. Der Klub scheiterte Anfang Dezember mit einem Antrag auf "angemessene Teilung" der Belastung. Die Norddeutschen hatten vorgeschlagen, die Kosten auf Werder, die DFL und den jeweiligen Gastverein zu verteilen.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 15. Dezember 2019, 13 Uhr