Zusammenhalt ... unter Hundefreunden in Bremen Vegesack

Eine Frau in Vegesack hält einem Hund einen Becher vor die Nase um ihm beizubringen, Menschen zu suchen.

Zusammenhalt ... unter Hundefreunden in Bremen Vegesack

Bild: Radio Bremen

Seit Jahren trifft sich einmal pro Woche eine Gruppe von Hundefreunden in Bremen Vegesack. Doch es geht um mehr als Gassigehen – sie bilden ihre Hunde zu Suchhunden aus.

Wie heißt das Projekt?

Einen eigenen Namen hat die Gruppe nicht – es sind verschiedene Hundefreude, die sich zusammengefunden haben. Geleitet wird die Gruppe von einer Hundetrainerin.

Wo findet das Projekt statt?

Die Gruppe kommt aus Vegesack.

Was macht das Projekt aus?

Nach Feierabend treffen sich mehrere Hundefreunde am Schlepper Regina im Vegesacker Stadtgarten. Doch es geht nicht nur ums Gassigehen, erklärt Teilnehmerin Diana. Es geht um Personensuche.

Dementsprechend versteckt Gruppenleiterin Michaela gerade Mit-Teilnehmer Wolfgang. Diana hat einen Labrador-Golden-Retriever-Mix dabei, namens Lena. Sie macht gleich die Heckklappe auf und lässt die Hündin raus – in Arbeitskleidung. "Der Hund muss wissen: 'Ok, das ist mein Geschirr, was ich zum Arbeiten anziehe.' Die Schleppleine dran, dann der Geruchsartikel", erklärt die Hundebesitzerin.

In diesem Fall hält sie eine Nuss, die Wolfgang zuvor in der Hand hatte. Daran riecht der Hund. "Dann gibt es das Signal zum Suchen, das heißt bei mir Bingo. Und dann geht’s los und der Hund weiß, er muss jetzt Wolfgang suchen."

Was bringt das Projekt den Menschen in Bremen?

Einerseits können die Hunde bei der Suche nach zum Beispiel Personen helfen. Als die Polizei sie einmal dazu anfragte, war das ein besonderer Moment für die Gruppe. Und auch bei der Suche eines ausgebüchsten Hundes haben sie schon geholfen.

Andererseits gibt es auch Mal Konflikte zwischen Hunde-Liebhabern und Skeptikern. Denn die freilaufenden Hunde während der Such-Übungen treffen nicht immer auf Begeisterung bei Radfahrern oder anderen Spaziergängern.

Daher tragen alle aus der Gruppe eine Leuchtweste mit entsprechendem Aufdruck. Und mit dem Konflikt haben sie sich größtenteils arrangiert. "Ich pass da schon auf, dass ich mit ihr vorsichtig bin und nicht, dass sie auf jeden zuläuft. Aber die meisten sind eigentlich recht freundlich mit ihr", sagt Hundebesitzerin Angela.

Wo spüren die Teilnehmer und Teilnehmerinnen den Zusammenhalt?

Verbundenheit dank eines gemeinsamen Hobbys – das ist für Diana tatsächlich in doppelter Hinsicht spitze. So hat sie Menschen, mit denen sie bei Wind und Wetter draußen unterwegs ist, was gemeinsame Erinnerungen schafft. Und sie kann reden.

Vor allen Dingen, man ist nicht wie die beste Freundin. Das sind ja Menschen, die sich dann nur einmal die Woche treffen. Und die gucken vielleicht auch mal von außen auf dein Problem.

Diana, Teilnehmerin

Denn in den vier Jahren, die sie zusammen unterwegs sind, seien die Teilnehmer und Teilnehmerinnen zusammengewachsen.

Auch Teilnehmerin Sabine freut sich über den Zusammenhalt mit ihren Hundefreunden. "Man kann diese Wahnsinns-Begeisterung teilen: 'Boah, hast du gesehen, der ist genau richtig und dann hat er auch sitzt gemacht. Wunderbar.' Das versteht kein normaler Mensch", sagt sie lachend. "Die halten uns alle für verrückt."

Weitere Geschichten des Zusammenhalts:

Autor

  • Mario Neumann Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 7. November 2022, 19:30 Uhr