Interview

Werders Sportchef Baumann: "Wir müssen es über die Ziellinie bringen"

Frank Baumann läuft über den Trainingsplatz.

Werders Sportchef Baumann: "wir müssen es über die Ziellinie bringen"

Bild: Imago | Nordphoto

Frank Baumann glaubt, dass die Mannschaft mit dem Druck im Aufstiegsrennen umgehen kann. Darmstadts Pleite in Düsseldorf am Freitag spielt den Bremern in die Karten.

Viel besser hätte der Spieltag für Werder am Freitag nicht starten können. Vor dem eigenen Spiel am Sonntag (13:30 Uhr) bei Erzgebirge Aue hat Konkurrent Darmstadt 98 Federn gelassen. Die Darmstädter verloren mit 1:2 bei Fortuna Düsseldorf und können somit am Sonntag von den Bremern wieder eingeholt werden. Diese würden mit einem Sieg in Aue wieder auf den 2. Platz rutschen. Falls Schalke 04 am Abend gegen St. Pauli verliert, wäre sogar die Tabellenführung drin. Am Samstagmittag hat Bremen Eins mit Werders Sportchef Frank Baumann über die neue Ausgangslage gesprochen.

Herr Baumann, viele Werder-Fans saßen am Freitag vor dem Fernseher und haben das Spiel der Darmstädter geschaut. Wie war es bei Ihnen?
Ich habe das Spiel auch verfolgt und war natürlich angetan von der Düsseldorfer Leistung. Die zwei frühen Tore waren schon schön. Im Laufe des Spiels zittert man dann mit. Wir brauchen nicht drum herumreden, dass wir auf die anderen Teams schauen. Das Entscheidende ist aber, was wir selbst machen. Da hat sich an unserer Herangehensweise für Aue überhaupt nichts geändert.
In Düsseldorf ist mit Klaus Allofs ein Ex-Bremer der Sportvorstand. Schicken Sie ihm jetzt eine Flasche Rotwein?
Nein, Klaus hat, glaube ich, schon einen gut ausgestatteten Weinkeller. Ich glaube, da ist kein großer Bedarf (lacht).
Werder hat den Aufstieg jetzt wieder in der eigenen Hand. Weshalb wird an der Herangehensweise für die Spiele gegen Aue und Regensburg nichts geändert?
Wir bereiten uns auf jedes Spiel gleich vor und berücksichtigen ein Stück weit auch die Situation des Gegners. Am Freitag ging es für Düsseldorf gefühlt auch nicht mehr um viel. Da wird dann im Vorfeld gesagt, dass das ein etwas leichterer Gegner ist. Aber das wird am Sonntag definitiv nicht so sein. Insofern gilt es, die Topleistung auf den Platz zu bringen, um möglichst drei Punkte mitzunehmen.
Kann die Mannschaft mit dieser Drucksituation im Saisonfinale umgehen?
Sie hat in dieser Saison schon häufiger gezeigt, dass sie mit Druck sehr, sehr gute Leistungen zeigt. Nach dem Kiel-Spiel war die Mannschaft natürlich sehr enttäuscht. Bisher haben wir dann immer eine sehr gute Reaktion gezeigt. Die Woche war sehr konzentriert und fokussiert. Wir gehen gut vorbereitet in das Spiel.
Wie wichtig ist es, dass Spieler wie Ömer Toprak und Christian Groß jetzt wieder mit dabei sind?
Milos Veljkovic ja auch. Das ist natürlich eine gewisse Qualität, die wieder zurückkommt und uns hilft. Trotzdem haben wir nur elf Spieler auf dem Platz und Aue wird es uns mit Sicherheit nicht leicht machen. Wir sind aber zuversichtlich und optimistisch und müssen natürlich den Anspruch haben, in Aue auch gewinnen zu wollen.
Die Auer sind bereits abgestiegen, haben nichts mehr zu verlieren und in der vergangenen Woche mit 0:6 verloren. Was macht so einen Gegner gefährlich?
Sie hatten in den letzten Wochen sehr viel Druck, weil keiner gerne absteigt. Jetzt ist es fix, das kann natürlich auch eine gewisse Befreiung sein für so eine Mannschaft. Sie haben ihr letztes Heimspiel und wollen sich gut verabschieden. Zudem möchte sich nach dem 0:6 in Darmstadt keiner vorwerfen lassen, dass man die Saison ausklingen lässt. Insofern werden wir eine Reaktion der Auer Mannschaft erwarten müssen. Darauf sind wir vorbereitet und wir werden die passende Lösung parat haben.
Am Abend spielt Schalke 04 gegen ein von Corona-Fällen gebeuteltes St. Pauli. Sie wären glücklicher, wenn die St. Paulianer mit der bestmöglichen Mannschaft antreten könnten, oder?
Wir werden das natürlich auch verfolgen, beschäftigen uns aber nicht damit, ob St. Pauli viele Ausfälle hat. Egal, wie das Spiel ausgeht: Für den Sonntag wird sich für uns nichts ändern.
Klappt am Ende der Wiederaufstieg?
Das wünschen wir uns natürlich. Aber für Wünsche muss man im Fußball auch etwas tun und die Arbeit verrichten. Grundsätzlich haben wir eine gute Ausgangssituation, aber wir müssen es dann auch über die Ziellinie bringen.

(Das Interview führte Claus Wilkens. Aufgezeichnet wurde es von Karsten Lübben.)

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Autor

  • Claus Wilkens

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Das Wochenende, 7. Mai 2022, 13:38 Uhr