Bundesrechnungshof lehnt Ersatz für "Seute Deern" in Bremerhaven ab

Folie wird an dem Segelschiff "Seute Deern" hochgezogen.
Bild: DPA | Sina Schuldt
  • Bund hat 46 Millionen Euro für Nachbau bereitgestellt
  • Bundesrechnungshof sieht keinen Nutzen in Projekt
  • Stadt Bremerhaven will an Plänen festhalten

Der geplante Bau eines Nachfolgeschiffes für den abgewrackten Holzsegler "Seute Deern" in Bremerhaven droht zu scheitern. Der Bundesrechnungshof hat gefordert, das Vorhaben zu stoppen. Die Behörde hat eigenen Angaben zufolge Zweifel am Nutzen des Projekts.

Hier entsteht der Anschein, dass es nur darum geht ohne Sinn und Verstand Bundesmittel auszugeben. Beim Umgang mit Steuergeldern müssen wir einen anderen Anspruch haben.

Volker Redder, FDP-Bundestagsabgeordneter aus Bremen

46 Millionen Euro hat der Bund für einen Nachbau der "Najade" bereitgestellt, eines der ersten Segelschiffe mit Stahlrumpf aus dem 19. Jahrhundert. Mit der Kopie will Bremerhaven eine neue Attraktion für den Museumshafen schaffen. Laut Bunderechnungshof liegt aber kein erhebliches Bundesinteresse an dem Neubau vor. Denn in Hamburg gebe es bereits ein Stahlschiff aus der gleichen Epoche. Außerdem sei unklar, wer den jährlichen Unterhalt von einer halben Millionen Euro finanziere. Damit erneuert der Rechnungshof seine Kritik aus dem vergangenen Jahr.

Der Bremer FDP-Bundestagsabgeordnete Volker Redder und die Bremer Linksfraktion fordern nun, dass der Bund die Mittel stattdessen für die Sanierung des Schifffahrtsmuseums ausgibt. "Das Projekt war von Anfang an unausgegoren. Ob ein Nachbau überhaupt ausreichend kulturhistorische Bedeutung hat, wurde nie ernsthaft diskutiert", sagte Nelson Janßen, Linken-Fraktionsvorsitzender in der Bürgerschaft. Doch die Stadt Bremerhaven will an den Plänen für den "Najade"-Nachbau festhalten. An einem Konzept werde bereits gearbeitet, heißt es. Über die Kritik des Rechnungshofs hatte als erstes der Weser-Kurier berichtet.

Rückblick: Interner Bericht über das Schifffahrtsmuseum sorgt für Wirbel

Bild: Radio Bremen

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  • Pascal Faltermann Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 18. August 2022, 17 Uhr