Erst Papa, dann Traumtor: Stages wunderbare Werder-Woche

Werder-Profi Jens Stage schreit nach seinem Treffer gegen Stuttgart seine Freude heraus.

Dank Stage und Ducksch: Werder schlägt Stuttgart 2:0

Bild: dpa | Tom Weller

Jens Stage galt schon fast als Fehleinkauf bei den Bremern. Doch mit seinem furiosen Treffer gegen den VfB Stuttgart schoss der Däne nun alle Zweifel weg.

Das breite Grinsen bekam Jens Stage am Sonntagabend nicht mehr aus dem Gesicht. Nicht einmal der strömende Stuttgarter Regen konnte dem 26 Jahre alten Dänen diesen Glücksmoment verhageln, auf den er so lange gewartet hatte. Denn Stage war endlich angekommen bei Werder Bremen.

Seit er im vergangenen Sommer für stattliche vier Millionen Euro vom FC Kopenhagen an die Weser gewechselt war, schwebte mit jeder Woche, in der er bei Werder meistens auf der Bank hockte, das böse "F-Wort" über Stage: Fehleinkauf. Ob Werders Königstransfer sein Geld tatsächlich wert war, fragten sich mittlerweile auch viele Fans. Die Ungeduld wuchs.

Ein Tor für Söhnchen Carl

Werder-Profi Jens Stage nuckelt bei seinem Torjubel am Daumen, um das Tor gegen Stuttgart seinem neugeborenen Sohn zu widmen.
Gruß an das neueste Familienmitglied: Jens Stage widmete sein erstes Werder-Tor seinem Sohn. Bild: Imago | Philippe Ruiz

Doch nun stand er da, strahlend, mitten in strömenden Regen und alle Zweifel waren wie weggespült. Stage hatte nicht nur seinen ersten Treffer für Werder erzielt, vielmehr war es ein echtes Traumtor. Niclas Füllkrug hatte in der 59. Spielminute an der Strafraumkante den Ball verloren, jener glückliche Stutttgarter bediente dann aber für ihn unglücklicherweise Stage auf der linken Seite – und der hämmerte den Ball mit links oben links ins Toreck.

"Fantastisch" fühlte sich das an, erzählte Stage, der all seine Freude und Erleichterung in der Stuttgarter Arena herausgeschrien hatte. Das wichtige 1:0 für Werder, aber noch viel wichtiger für ihn. Endlich war der Knoten geplatzt. Und es hätte kaum ein schönerer Abschluss für Stages wunderbare Woche sein können, denn am vergangenen Mittwoch brachte seine Freundin Louise Söhnchen Carl zur Welt.

Das ist eine ganz besondere Woche für mich. Ich bin so glücklich. Vielleicht hat die Geburt unseres Sohnes mir auf dem Platz noch ein, zwei Prozent mehr gegeben.

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"Der Junge hat's verdient"

Auch Stages Mitspieler und Trainer Ole Werner freuten sich mit ihm. "Der Junge hat's verdient", sagte Marvin Ducksch, der das 2:0 für Werder ebenso sehenswert erzielt hatte: "Er hat das die letzten zwei, drei Spiele schon überragend gemacht. Er gibt uns sehr viel Rückhalt, holt gefühlt jeden Zweikampf, läuft gefühlt zwölf Kilometer im Spiel. Genau das brauchen wir."

Und Stage brauchte einfach etwas mehr Zeit, um sich an das komplexe Spielsytem von Werner zu gewöhnen und seine Stärken im Mittelfeld bestmöglich auszuspielen. Werner wollte seine Aussage von vor einigen Wochen, dass Stage noch Probleme mit sein System habe, nicht als Kritik an ihm verstanden wissen. "Manche Dinge brauchen eben Zeit und da kann keiner etwas für", sagte Werner nach dem Spiel.

Für Jens war es eine sehr gute Woche, sportlich und – das ist sicher noch wichtiger – auch privat.

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Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Das Wochenende im Stadion, 5. Februar 2023, 17:25 Uhr